https://www.faz.net/-hs1-y8iu

Paco Rabanne : Vorfreude auf Bombayrella

  • -Aktualisiert am

Der indische Modedesigner Manish Arora - im Oktober will er der Öffentlichkeit zeigen, wie er sich Paco Rabanne vorstellt Bild: (c) AP

Mit der Marke Paco Rabanne verbindet man vor allem wahnsinnige Entwürfe der achtziger aus Plastik, Metall und Papier. Nun kommt die Marke zurück - mit dem Designer Manish Arora, dem einzigen indischen Designer in Paris.

          Im Jahr 1968 kam der Film „Barbarella“ in die Kinos: Als Barbarella war Jane Fonda fabulös gekleidet von dem spanischen Designer Paco Rabanne. Seitdem verbindet man mit der Marke Paco Rabanne wahnsinnige Entwürfe aus Plastik, Metall und Papier. Mit der Popkultur der achtziger Jahre verschwand die Nachfrage nach Rabannes exzentrischem Stil. Der Designer selbst widmete sich übersinnlichen Phänomenen und ein paar Ausstellungen seiner surrealistischen Zeichnungen. 2006 wurde die Marke Paco Rabanne endgültig auf Eis gelegt.

          Neuilly, Paris: Ein schicker Stadtteil hinter dem Arc de Triomphe. Hier hat die Puig-Gruppe, ein spanischer Mode- und Beauty-Konzern, dem die Marken Carolina Herrera, Nina Ricci und Paco Rabanne gehören, seinen Hauptsitz. Von Paco Rabanne ist nur noch ein Kellerlager mit Kleiderstangen übrig: das Archiv. Und ein Parfum, das sich weiter gut verkauft. Das Erbe wird jetzt in die Hände von Manish Arora gelegt. Der Designer, 38 Jahre alt, geboren in Bombay, lebt in Delhi. Seit vier Jahren zeigt er in Paris seine Kollektionen, futuristische Silhouetten in gelb, blau, rot, orange, grün. Kein Schwarz, kein Grau – nichts Dezentes. Arora, dessen Vorname „Gott der Seele“ bedeutet, pendelt zwischen Delhi und Paris. Dabei soll es auch bleiben. „Ich bin der einzige indische Designer in Paris, da hat man es nicht gerade leicht“, sagt Arora im ersten Interview nach seiner Ernennung. Arora spricht nicht Französisch. Hindi natürlich, seine Muttersprache Panjabi und Englisch. Auf seinen linken Unterarm sind die Worte „ladies taylor“ (Schneider für die Damen) tätowiert. Er trägt eine goldene Uhr, das rote Ziffernblatt ist mit einem Dollarzeichen aus Strass verziert, das Armband besteht aus aneinander gereihten Herzen. „Ich mag Herzen“, sagt Arora, „es ist ein Symbol, das jedes Kind versteht. Ich mache keine Mode für Intellektuelle. Meine Mode soll Spaß machen und die Illusion bewahren, dass das Leben schön ist und heiter.“

          Drei eigene Boutiquen und knapp 120 Verkaufstellen

          In seinem Heimatland Indien ist Manish Arora ein Held, der einzige bedeutende Designer, mit drei eigenen Boutiquen und knapp 120 Verkaufsstellen. Er ist das einzige Kind eines Sari-Verkäufers und einer Hausfrau. „Meine Eltern sind einfache und konservative Menschen. Sie haben nie verstanden, was ich mache, aber sie waren immer glücklich mit meinen Entscheidungen. Auch heute verstehen sie nicht, was es bedeutet, der Creative Director von Paco Rabanne zu sein, aber sie verstehen, dass es wichtig ist. “ Bis vor kurzem hatte Manish Arora sogar auf dem „Discovery Channel“ eine eigene Fernsehshow: „Adventures of The Ladies Taylor“. Eine solide Grundlage für Paco Rabanne, zumindest den indischen Markt zu erobern – nach China einer der zukunftsträchtigsten Mode-Märkte.

          Im Oktober geht es los. Dann wird Manish Arora der Öffentlichkeit zeigen, wie er sich Paco Rabanne vorstellt. Es kann gut gehen. Mit einem Designer, der in erster Linie nicht darüber nachdenkt, einen neuen Trend zu setzen, sondern gute Laune in der Mode wieder populär zu machen: „Die Farben behalte ich mir für meine Marke vor“, sagt Arora. „Aber Paco Rabanne wird lebendig aussehen und soll glücklich machen. Man kann nicht mich engagieren und erwarten, dass ich Depressionen über den Laufsteg jage.“

          Weitere Themen

          Vintage heißt edel

          Versteigerung in München : Vintage heißt edel

          Stiefel von Yves Saint Laurent oder ein Balenciaga-Kleid? In München wird Mode von berühmten Entwerfern und Couturiers versteigert. Die Stücke lassen sich sammeln wie Kunstwerke.

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Mittwoch in London

          Parlament gegen Johnson : Aufstand gegen den No-Deal-Brexit

          Noch ist Boris Johnson nicht Premierminister. Aber er spielt schon öffentlich mit dem Gedanken an einen Austritt ohne Abkommen. Jetzt reagiert das Parlament – und macht ihm eine solche Lösung durch einen Trick schwerer.
          Erntete zuletzt mehrfach Kritik für seine Äußerungen auf Twitter: Uwe Junge

          Äußerungen von Uwe Junge : Kein Interesse an Mäßigung

          Für gemäßigte Aussagen ist Uwe Junge definitiv nicht bekannt. Im Gegenteil: Er nutzt die Sozialen Netzwerke regelmäßig, um unter seinen Anhängern Stimmung zu machen – mit Erfolg.
          Außenminister Heiko Mass (links) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow unterhalten sich vor Beginn des Petersburger Dialogs in Königswinter.

          „Petersburger Dialog“ : Maas nähert sich an – Lawrow teilt aus

          Laut Außenminister Maas könnten die dringenden Fragen der Weltpolitik nur mit Russland angegangen werden. Sein russischer Amtskollege wirft Deutschland hingegen vor, sich an „einer aggressiven antirussischen Politik“ zu beteiligen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.