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Nachwuchsdesigner : Statt Glamour handwerkliche Arbeit

Abschlussarbeit eines Bachelorabsolventen für Fashion Design: Nach dem Studium erwartet den jungen Modemacher eine ungewisse Zukunft Bild: Istituto Marangoni

Die Ausbilung zum Modedesigner ist hart und nur wenige haben später Erfolg. Die jungen Modemacher am Istituto Marangoni in Mailand müssen viel Eigeninitiative zeigen und eine eigene Kollektion im Stil eines großen Designers umsetzen.

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          Nicht wenige angehende Modedesigner glauben, sich mit dem Beginn ihrer Ausbildung unmittelbar Zutritt in die glamouröse Welt der großen Mode verschaffen zu können. Wer zu den renommierten Mode-Design-Schulen und Design-Schulen Europas gelangen will, tut gut daran, schon selbst für heilsame Desillusionierung gesorgt zu haben.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Am Istituto Marangoni in Mailand, das Dependancen in London und Paris hat, ist man sich der Gefahren, die in der Branche lauern, bewusst. Viele müssten erst einmal auf den Boden der Tatsachen gelangen und verstehen, dass auch Modedesign viel mit historischem Wissen und technischem Können zu tun hat - von der ohnehin nötigen Kreativität einmal abgesehen, sagt die Direktorin des Mailänder Instituts Barbara Toscano. Der sogenannte Campus ist ein mondänes mehrstöckiges Haus inmitten des Modeviertels in Mailand. Auch in London und Paris liegen die Institute mitten im Zentrum der Mode. Das gehört zum Programm, sagt Frau Toscano, man wolle, dass die Schüler ständig durch die ausgestellte Mode angeregt würden.

          1935 von dem Mailänder Schneider Giulio Marangoni gegründet, zählt das Institut so bekannte Designer wie Franco Moschino, Domenico Dolce (Dolce & Gabbana), Rafael Lopez oder Stefano Guerriero zu seinen Absolventen. Es entspricht einer deutschen Berufsfachschule oder Berufsakademie, schmückt sich im Bologna-Zeitalter freilich mit einem Bachelor of Honours als Abschluss für die erste Ausbildungsphase sowie einem Master für die zweite. In Mailand können die Studenten zwischen Modedesign, Mode-Styling, Innen-Design, Modezeichnung und Mode-Business wählen. Als Ein-Jahres-Diplome werden darauf aufbauend Mode-Design, Innen-Design, Schnittmuster-Herstellung und als Masterprogramme Modephotographie, Mode-Vertrieb, Mode-Einkauf, E-Fashion, Mode Accessoires und Luxusartikel sowie Spezialisierungen auf Herren- und Damenmode angeboten.

          2400 Studenten kommen aus 92 Ländern

          Vor Beginn des Studiums bieten alle drei Institutsstandorte Intensivsprachkurse in der jeweiligen Landessprache an, so dass die Studenten zu Beginn des „akademischen Jahres“ über einigermaßen gesicherte Sprachkenntnisse verfügen. Die Klassen bestehen aus nur zwölf bis vierzehn Schülern. Wer auch Französisch oder Englisch beherrscht, kann während der Bachelor-Phase und immer zum Abschluss eines jeweiligen akademischen Jahres an einen der anderen Standorte wechseln. Das sieht nach perfekter Mobilität durch angeglichene Module aus. Doch die Begeisterung von Roberto Riccio, dem für das Management zuständigen Direktor der Marangoni-Gruppe, hält sich in Grenzen. Er ist gerade dabei, Akkreditierung und Evaluation vorzubereiten. Das scheint selbst auf der überschaubaren Ebene der drei Länder nur schwer möglich zu sein. Dabei ist der Internationalisierungsgrad unter den Studenten beträchtlich: Die insgesamt 2400 Studenten kommen aus 92 Ländern, in Mailand, wo 1200 ihre Ausbildung machen, sind 65 Prozent Ausländer. Viele sind aus Russland, aus asiatischen Ländern. Ausgewählt werden sie in Mailand von Frau Toscano und Riccio.

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