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Mode : Victoria von der Stange

  • -Aktualisiert am

Wer das pinkfarbene Kleid toll fand, das Victoria Beckham zum Debüt ihres Mannes bei L.A. Galaxy trug, muss nicht 1600 Euro für das Original von Roland Mouret ausgeben. Eine fast identische Kopie gibt es für knapp 90 Euro.

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          Karl Lagerfeld hat damit angefangen. Seit er für den schwedischen Textileinzelhändler Hennes & Mauritz eine Kollektion entworfen hat, ist es kein Tabu mehr für die Couturiers für den Massenmarkt Designerstücke zu kreieren. Stella McCartney und Viktor & Rolf zogen nach, im November wird Roberto Cavalli folgen, sogar Stars wie Madonna und Kylie Minougue haben unter ihrem Namen eine Kollektion für H&M herausgebracht. Dasselbe Prinzip verfolgt die englische Kette Topshop, die sich in einem ähnlichen Preis- und Qualitätssegment bewegt wie H&M. Kürzlich stellte Kate Moss ihre eigene Modelinie für Topshop vor und GAP setzte auf eine Designerkollektion von Roland Mouret.

          Der 1961 geborene Mouret war berühmt geworden mit seinem „Galaxy Dress“, das dank eingearbeitetem Mieder jeder Frau zu einer Wespentaille verhalf und ihm den Titel „König der Sanduhrsilhouette“ einbrachte. Celebrities wie Nicole Kidman, Naomi Watts, Scarlett Johansson und Sienna Miller trugen mit Vorliebe sein „Galaxy Dress“ und sorgten damit für die beste PR, die sich Mouret wünschen konnte. Über Nacht wurde der ehemalige Stylist und Autodidakt zum gefeierten Design-Talent. Bei Harrods war das Kleid nach nur eineinhalb Stunden ausverkauft, obwohl es mit einem Preis von 1200 Euro nicht gerade ein Schnäppchen ist.

          Simon Fuller finanziert neue Roland Mouret-Kollektion

          Doch Mourets Erfolg endete jäh, als er sich aus unbekannten Gründen von seinen Geldgebern Sharai und André Meyers trennte. Zu Beginn seiner Zusammenarbeit mit den schottischen Geschäftsleuten hatte er ihnen alle Rechte an seinem Namen übertragen und durfte folglich nicht mehr unter dem Label „Roland Mouret“ designen.

          Roland Mouret

          Es folgte ein kurzes Gastspiel bei GAP, doch nun will der im südfranzösischen Lourdes geborene und seit Jahren in London lebende Designer einen Neustart wagen. Finanzieren wird seine neue Luxus-Prêt-à-Porter-Linie namens „RM“ Simon Fuller, der frühere Manager der Spice Girls und Erfinder von American Idol. Er ist eng befreundet mit Victoria Beckham, die seit einiger Zeit ebenfalls ein großer Fan von Mourets sexy-eleganten Designs ist. Doch Mouret winkt ab: „Victoria Beckham trug meine Kleider schon lange vor dieser Kooperation.“

          Schon 5000 Stück von „The Victoria“ verkauft

          Wie auch immer, Victoria Beckham verschaffte ihm erst kürzlich eine Menge Publicity: Bei der Pressekonferenz zu David Beckhams Antritt in Los Angeles bei seinem neuen Arbeitgeber L.A. Galaxy, stellte sich auch Victoria zum ersten Mal offiziell in Amerika vor und zwar - nicht zu übersehen - in einem „Moon Dress“ in Pink von Roland Mouret, das sie mit einer ebenso auffälligen pinkfarbenen Kelly-Bag aus Straußenleder von Hermès kombinierte und schwarzen Pumps (auf dem Fußballrasen!) von Balenciaga.

          Dieses Kleid von Mouret kostet umgerechnet rund 1600 Euro. Doch bei Topshop ist nun für gerade einmal 90 Euro eine fast identische Kopie des Originals erhältlich. Mehr als 5000 Stück wurden schon verkauft. Das Kleid trägt übrigens den Namen „The Victoria“ und ist natürlich in der Knallfarbe Pink, sowie in Grau und Schwarz verfügbar.

          Topshop lässt sich gerne inspirieren

          Ob Topshop mit einer Klage von Mouret rechnen muss, ist noch nicht klar. Die Kette ließ verlauten, dass sie ihre Finger am Puls der Zeit habe und sich sowohl von Celebrities als auch von Catwalk-Trends inspirieren lassen. Doch eine „Hommage“ an einen Designer kann durchaus risikoreich sein. So musste Topshop erst kürzlich nach einem Urheberrechtsstreit rund 18.000 Euro an Chloë zahlen und Tausende von Kopien eines gelben Minikleides vernichten.

          Vor einem neuerlichen Rechtsstreit mit Mouret muss sich das Unternehmen wahrscheinlich jedoch nicht fürchten. Denn dass er kein Problem mit Massenware hat, hat schon seine Zusammenarbeit mit GAP gezeigt.

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