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Mode aus Indien : Die Diven von Delhi

  • -Aktualisiert am

Mode wie aus Tausend und einer Nacht Bild: REUTERS

Farbenfroh und feminin: Mit ihren Präsentationen auf der „Lakme India Fashion Week“ wollen indische Designer vor allem Käufer aus dem Westen anlocken. Es liegt wohl weniger an den wunderschönen Kleidern - aber so recht will das noch nicht gelingen.

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          Farbenfroh und feminin, sind die Präsentationen auf der aktuellen „Lakme India Fashion Week“ in Neu Delhi. Eine Woche lang präsentieren dort mehr 67 Designer ihre Kollektionen für die kommende Herbst-Winter-Saison 2005/2006.

          Anlehnungen an das traditionelle indische Frauengewand, den Sari, gibt es auf den Laufstegen allerdings wenig zu sehen: Die meisten Designer zeigen vor allem frische, freche Mode für junge, westlich orientierte Frauen. Die Abendkleid-Kreationen von Designerin Rana Gill zum Beispiel, erinnern auf den ersten Blick an die aufwendigen Prêt-à-porter-Roben von Roberto Cavalli.

          Verspielte Entwürfe

          Auf Stiletto-Pumps und mit weitschwingenden, gerüschten Röcken stolzieren die Models über den Catwalk. Ins wallende Haar geflochten, tragen sie bunte Tüllschals, manchmal auch mit edlen Steinen besetzte Schmuckstücke, die bis auf die Stirn fallen. Viele der indischen Entwürfe wirken verspielt: Kleider sind mit glitzernden Steinchen bestickt, mit Perlen und Federn verziert oder werden von aufwendigen Stickereien oder Applikationen aufgewertet.

          Mode wie aus Tausend und einer Nacht Bilderstrecke

          Einzig das Duo Ashish and Smita Soni hat sich an futuristische Entwürfe gewagt und seinen Models einen Look mit strengen, geraden Formen verordnet: Grell geschminkt, die Haare steif gen Himmel gegelt.

          Glamouröser Diven-Stil

          Generell wird der glamouröse Diven-Stil gepflegt, abgestimmt auf die eleganten Zuschauerinnen am Rande der Laufstege. In den ersten Reihen sitzen Schauspielerinnen aus Bollywood und Society-Ladies, die sonst nur in der indischen Klatschpresse präsent sind. Das Problem der indischen Modemacher ist, daß diese Damen zwar für Rummel sorgen, aber selten zu den Käufern der vorgestellten Mode zählen.

          Große Einkäufer aus den Golf-Staaten, Europa und Amerika anzulocken, ist aber das eigentliche Ziel der Fashion-Week. Denn diese wird vom staatlichen „Fashion Design Council of India“ durchgeführt - und der will natürlich finanzielle Erfolge sehen.

          Das Konzept scheint nur langsam internationale Aufmerksamkeit zu erregen, aber immerhin sind bei den laufenden Schauen bereits Abgesandte der Kaufhäuser Saks Fifth Avenue (New York) und „Harrods“ (London) gesichtet worden. Vielleicht liegt das aufkeimende Interesse auch daran, daß im sechsten Jahr der Modenwoche die Schauen nicht mehr mit zweistündiger Verspätung starten und die Käufer und Presse automatisch einen Platz reserviert bekommen - und nicht mehr mit aufgetakelten C-Prominenten um einen Stuhl in der ersten Reihe kämpfen müssen.

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