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Lagerfeld-Muse Inès de la Fressange : „Niemals Komplett-Look!“

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Muse, Modedesignerin und ehemaliges Model: Inès de la Fressange Bild: REUTERS

Die frühere Lagerfeld-Muse Inès de la Fressange über Einkaufen im Kaufhaus, BHs mit durchsichtigem Plastikträger und die Frage, ob Frauen reich aussehen sollten.

          Als wir Sie das letzte Mal in Paris vor der Chloé-Schau sahen, trugen Sie einen interessanten Look . . .

          Ach, diese komische gelbe Hose. Hatte nur fünf Minuten Zeit, habe mir diese Hose in irgendeiner Boutique für 60 Euro gekauft und bin dann direkt darin zur Schau gegangen. Dazu ein dunkelblaues Lacoste-Poloshirt, fertig. Warum nicht?

          Oder fragen wir erst mal: warum?

          Es ist wichtig, auf dem Boden zu bleiben. Wenn man nur Taschen hat für 2000 Euro: Das ist doch falsch! Deshalb gehe ich gerne in ganz normale Geschäfte. Das hat übrigens noch einen Sinn: Wenn ich den Luxusunternehmer Diego Della Valle beraten will, dem die Marke Roger Vivier gehört, dann muss ich ja auch wissen, was im ganz normalen Leben abgeht, bei H&M und in der Rue de Rennes.

          Als eine der wenigen Frauen trugen Sie auch keine Highheels.

          Ich repräsentiere ja nicht nur ein Unternehmen für Highheels! Deshalb bin ich einfach in Ballerinas gekommen. Die Leute lachen und sagen: Du arbeitest im Schuhtempel und kommst in flachen Schuhen! Aber ich bin eben auch eine normale Frau.

          Nicht nur eine Frau, sondern auch deren Steigerungsform, eine Pariserin. Was muss man da so können?

          Die Dinge mischen. Weil es dann nicht so teuer ist und weil es eine ganz andere Stimmung vermittelt. Man kann sogar tolle Sachen bei Monoprix finden und sie mit einer Prada-Tasche kombinieren. Übrigens sollte man nicht zu viel darüber nachdenken, sondern es einfach machen. Man braucht nicht den Komplett-Look. Und man muss nicht reich aussehen. Es ist auch nicht das Ziel des französischen Mannes, seine Frau reich aussehen zu lassen, so wie es manche Italiener gerne machen. Die Frau ist schließlich nicht dazu da, seinen Erfolg zu zeigen. Wir haben nicht diese Kroko-Obsession.

          Also lieber relaxed.

          Genau. Und noch etwas finde ich komisch: Viele Frauen motzen sich auf, weil sie wissen, dass überall diese Street-Style-Fotografen herumstehen. Aber das ist doch seltsam: Bei denen, die einem am liebsten sind, nämlich beim Partner und bei den Kindern, ist man nachlässig, und für Wildfremde brezelt man sich auf. 

          Was geht eigentlich in Sachen Stil gar nicht?

          Schummeln! Wenn ich an die BHs mit durchsichtigem Plastikträger denke: fürchterlich! Dann doch lieber gar keinen Büstenhalter. Auch gefälschte Markenware mag ich nicht. Wenn man sich keine Bottega-Veneta-Tasche leisten kann: kein Problem. Dann kauft man sich eben eine Korbtasche für zwölf Euro, die sieht auch elegant aus. Fake ist nie gut. Man sollte nie versuchen, ein anderer zu sein, als man ist.

          Sie kombiniert auch mal Kaufhausware mit Prada Bilderstrecke

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