https://www.faz.net/-hs1-6nstu

Frauen der Mode : Die Model-Macherin Heidi Klum

Immer noch erfolgreich im Geschäft: Heidi ist nicht von den Magazin-Covern wegzudenken Bild: AFP

Auch Heidi Klum hatte es nicht immer einfach. Doch das Mädchen aus Bergisch Gladbach wurde ein Model wurde ein Star wurde eine Moderatorin wurde eine Unternehmerin. Heute ist die Superdupertopundsonstwasfrau omnipräsent.

          Hallo, Nachwuchsmodels, aufgepasst! Auch Heidi Klum hatte es nicht immer einfach. Man sieht es nicht auf den ersten Blick, wenn sie an einem der wenigen herrlichen Sommertage morgens im Schlosshotel Lerbach sitzt, nur ein paar Kilometer entfernt vom Haus ihrer Eltern in Bergisch Gladbach. Wenn sie von der Terrasse hinausblickt in die Ausläufer des Bergischen Lands und den herrlichen englischen Park, in dem gerade eine Fernsehkamera in ihre Richtung getragen wird. Oder wenn sie von ihrem neuen Job erzählt, für den sie jetzt ihren Kopf hinhält.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Sie ist in ihrer alten Heimat, um „Drei Wetter Taft Heidi's Heat Styles“ vorzustellen, zwei Sprays und einen Festiger, die jedes Hitze-Haar-Styling überstehen. Sie freut sich, als Testimonial für diese Henkel-Produkte zu arbeiten, weil die Drei-Wetter-Taft-Frau, die mit stets perfektem Haar aus dem Flugzeug steigt, schon die kleine Heidi beeindruckte: „Das war eine Jet-Set-Frau, die ich toll fand.“ Jetzt hat sie das alles auch erreicht. Und bei den Dreharbeiten zu dem neuen Werbefilm hantiert sie mit dem Fön wie in ihrer neuen Heimat Kalifornien damals die Cowboys mit den Schießeisen.

          Die Superdupertopundsonstwasfrau

          Ja, auch Heidi kann gefährlich werden. In ihrer Show „Germany's Next Topmodel“ für ProSieben scheint sie den Racheengel, die Oberzicke, den Scharfrichter in einer Person zu geben. Jetzt ist sie nicht mehr nur die Mutter von vier Kindern, die in Amerika auch noch „Project Runway“ moderiert, die Werbefigur, die nach Gisele Bündchen am meisten verdient, die Deutsche, die nach Angela Merkel und neben Claudia Schiffer am bekanntesten ist auf der Welt. Durch die Sendung ist die Superdupertopundsonstwasfrau auch zu einer der am stärksten angefeindeten Deutschen geworden.

          Chefengel: Für Victorias's Secret lief Heidi Klum bis 2009 über den Laufsteg

          Dass ihr grimmiger Vater Günther mit der Agentur „ONE-Eins“ die aus der Sendung hervorgehenden Mädels weiterverwertet, fördert das Image auch nicht gerade. So hatte die abtrünnige Jana in diesem Sommer leichtes Spiel, sich als Opfer der Familie Klum darzustellen. Dabei eröffnen der geschäftstüchtige Manager und seine umtriebige Tochter den Mädchen lukrative Karrieren, wenn auch nicht unbedingt in Paris und New York. „Wir betreuen die Mädchen halt“, meint Günther Klum ungerührt, „und lassen sie nicht untergehen wie in Amerika.“

          „Ich schlüpfe gern in neue Rollen“

          Auch Heidis Anfang schien leicht und wurde doch schwer. Vor fast zwei Jahrzehnten siegte sie in der Sendung „Model '92“ der RTL-Show „Gottschalk“. Ausgerechnet zu dem Lied „Crazy“ ihres späteren Ehemanns Seal lief sie dort über den Laufsteg. „Die Sendung war mein Sprungbrett“, sagt sie heute. Aber sie landete nicht weich. Seit 1993 in New York, musste sie sich so durchboxen, wie sie es heute oft von ihren Kandidatinnen erwartet. Zunächst machte sie „Kataloge rauf und runter“, für Marken wie Saks oder J. C. Penney's. „Das war super-einseitig für mich, denn die Leute wollten von mir immer das gleiche. Für die Kataloge musste ich immer lachen, immer die Hände auf die Hüften legen, immer die gleichen Posen machen“, erzählt sie ohne Larmoyanz. „Ich bin aber ein Zwilling, kreiere gern etwas, mache gerne viele Sachen und schlüpfe gern in neue Rollen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Pendler auf der London Bridge

          Mobilität : Wie London die Verkehrsflut meistert

          Die größte Stadt Europas baut ihr Bahnnetz aus und nutzt Big-Data-Analysen, um die U-Bahn zu verbessern. Ein anderes Verkehrsmittel soll hingegen aus der City verbannt werden – und das schon diesen Sonntag.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Zur Arbeit auf dem Pedelc – das schon die Umwelt und langfristig die Geldbörse.

          Klimapaket : Wie teuer wird es für mich?

          Das Klimapaket der Bundesregierung kostet manche Leute Geld, anderen bringt es eine Ersparnis. Wir haben einige Fälle durchgerechnet. In manchen Fällen können Pendler zum Beispiel sogar Geld sparen.
          Das war’s: Antonio Brown zieht die Schuhe nicht mehr an für die Patriots.

          Suspendierter NFL-Star Brown : Der tiefe Fall des Ballfängers

          Das erwartbare Ende einer Football-Karriere: Nach dem Vorwurf sexueller Übergriffe kündigen die Patriots und Nike ihre Millionenverträge mit dem NFL-Profi. Eine Zukunft in der NFL ist so gut wie ausgeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.