https://www.faz.net/-hs1-7918s

Die sechs besten Designer : Mode macht Mann

  • -Aktualisiert am

Kollektion von Jil Sander: Warum immer diese viel zu jungen Models? Bild: dpa

Auf dem Laufsteg stehen die Männer im Schatten der Frauen. Dabei zeigt sich erst in den Herrenkollektionen, wer ein subtiler Designer ist.

          11 Min.

          Wir stellen sechs Modemacher für Männer vor – und zeigen, wo sie herkommen, was ihren Stil ausmacht, und: warum sie die besten sind.

          Giorgio Armani

          In gut einem Jahr feiert der Modemacher seinen achtzigsten Geburtstag. Das hält ihn nicht davon ab, noch einmal richtig Gas zu geben. Man erkennt das an der Forbes-Liste, auf der er mit mittlerweile schon 8,5 Milliarden Dollar auf Rang 131 der Reichsten vorgerückt ist. Man sieht es auch daran, dass er einfach weitermacht. Dior, Givenchy, Chanel, Lacoste: All das sind große Namen, die zu Konzernen wurden oder zumindest gehören. Bei ihm dagegen bleibt alles in der Familie und kommt alles aus einer Hand. Und zwar schon ziemlich lange. 1975 gründete er sein Modehaus, 1982 hatte er seinen internationalen Durchbruch, als er die Garderobe für Richard Gere im Film „American Gigolo“ machte. Auf einmal stand der Designer auf der ganz großen Bühne, und das dekonstruierte Jackett wurde berühmt. Seitdem schafft er sich sein eigenes Reich, mit der Home-Kollektion, den Hotels, den Süßigkeiten, der Couture-Linie „Privé“ (die er seit 2005 in Paris zeigt), der Ausstattung für die italienischen Olympia-Teilnehmer. Gerade hat er sein gesamtes Kommunikationsteam verjüngt und schaltet jetzt wegweisende Werbekampagnen mit Fotografen wie Mert & Marcus und Alasdair McLellan. Wie er vor kurzem dem „Figaro“ sagte, hat er sein Testament gemacht. Die Firma bleibt weitgehend in der Familie. Also läuft viel auf seine Nichte Roberta Armani zu, die schon seit Jahren mit ihm zusammenarbeitet, zahlreiche Termine für das Haus wahrnimmt, vor allem wenn es um die Einkleidung von Hollywood-Stars und Boutiquen-Eröffnungen geht.

          Armani denkt an alle Lebenslagen.

          Sein größtes Problem in den vergangenen Jahren war ohnehin nicht das Geschäft, sondern die Mode, die schleichend an Relevanz verlor. Viele junge Designer, vor allem in Paris, trafen den Zeitgeist besser. Dass der Nachwuchs aber nur nicht überheblich wird! Denn der Mode-König von Mailand ist für Überraschungen gut, dieses Mal für die tatsächlich beste Herrenmodenschau in Mailand. Die Zweitlinie Emporio Armani ist für Herbst und Winter vorbildhaft, denn in ihr verwandelt sich der neue Trend alpiner Uniformen in Schneiderei für die Stadt. Es ist, als ob Armani seine Models für jegliche Lebenslage einkleiden wollte. Wetterfeste Parkas, schwere Stiefel, Hemden und Jacken in zwei Farben, gut geschnittene Anzüge, lockere Loungewear und schwere Pullover. Für seine Hauptlinie Giorgio Armani verschreibt sich der Designer der Dreidimensionalität. Die neue Formensprache führt zu einem souveränen und unangestrengten Look. Giorgio Armani schaffte einst die Schulterpolster ab, führte den lässig zerknitterten Look der Freiheit in Mailand ein und machte die Wörter „Bügelfalte“ und „Krawatte“ zu aussterbenden Begriffen. Aber, und in dieser Volte zeigt sich dann wieder die altersweise Meisterschaft: Er kann auch ganz anders. Nämlich einen tadellosen dreiteiligen Anzug nähen, der in dezentem Grau sogar für jeden Banker ideal ist. Auch darin liegt die Stärke dieses Mannes, der den Hauptumsatz mit Kleidung und noch nicht mit Accessoires verdient: den Leuten zu geben, was sie wirklich brauchen. Ganz nebenbei bestimmt er dann auch noch den Weg der Mode mit.

          Weitere Themen

          Ein Einblick in die Berliner Clubszene Video-Seite öffnen

          „Wie eine Droge“ : Ein Einblick in die Berliner Clubszene

          Freiraum und Kreativität sind Berlins Markenzeichen. Das zieht Künstler, Musiker und Clubpublikum aus der ganzen Welt an. Doch die Szene ist im Wandel. Der angesagte Club Griessmuehle und Techno-DJ DVS1 versuchen, die Clubkultur zu retten.

          Prêt? À? Porter?

          Mode aus Paris : Prêt? À? Porter?

          Die Prêt-à-Porter-Woche in Paris gilt mit ihren Hunderten Empfängen als größte Zurschaustellung der Mode. Doch wie gefallen Ihnen die neuen Trends? Stimmen Sie ab.

          Topmeldungen

          Will nicht mit dem amerikanischen Repräsentantenhaus kooperieren: Mike Pence

          Trump-Impeachment : Giuliani und Pence verweigern Kooperation

          Die beiden Vertrauten von Präsident Trump sehen sich durch die Verfassung geschützt und lassen eine Frist zur Vorlage von Dokumenten in der Ukraine-Affäre verstreichen. Den Amtsenthebungsprozess betrachtet Giulianis Anwalt als eine „verfassungswidrige, grundlose und illegitime Untersuchung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.