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Mode-Revolution in Israel : Jetzt wird’s bunt

Die Designerin Miri Beillin weiß, was ultraorthodoxe Frauen tragen. Bild: Picture-Alliance

Ultraorthodoxe Juden gelten als streng und freudlos. In Israel beweisen Frauen gerade, dass das nicht stimmt – und revolutionieren die Mode.

          3 Min.

          Miri Beillin, achtunddreißig, fünf Kinder, trägt ein endloses hellgelbes Kleid und Louboutins, lange dunkelbraune Haare und kommt gerade zurück in ihr Haus am Rand der größten ultraorthodoxen Stadt der Welt: Bnei Brak. Zwei Straßen weiter beginnt Rabbi Akiva, die Einkaufsmeile, in der die Designerin Boutiquen berät und kopflose Schaufensterpuppen mit Stoffen behängt. Seit vier Uhr früh ist sie auf den Beinen. „Ich brauchte heute Energie, deshalb habe ich Gelb gewählt“, sagt Beillin. Sie ist fast einen Meter achtzig, matt geschminkt und so schlank, dass sich der dünne Stoff ihres gerafften Kleids mit jedem Schritt bewegt wie Lenkdrachen im Wind.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Vor zwanzig Jahren kam sie aus New York, um in Bnei Brak Ferien zu machen. Hier traf sie ihren Ehemann, der Onkel hatte sie zusammengebracht. Mit siebzehneinhalb war Beillin verheiratet, mit neunzehn kam das zweite Kind. „Aber ich wusste immer, dass ich Mode machen wollte.“ Von zu Hause aus entwarf Beillin zunächst Brautmode, die bald so sehr nachgefragt war, dass sie einen Laden eröffnete.

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