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Maxikleid als Sommertrend : Keine Fähnchen im Wind

(v.l.n.r) Michael Michael Kors, Rat & Boa (erhältlich im Online-Shop Matchesfashion), Marc O’Polo, Le Sireneuse Positano (ebenfalls über Matchesfashion) und Borte von Weekend Max Mara Bild: Helmut Fricke

Längst hat es seinen keuschen Charakter verloren und ist nicht mehr nur im Urlaub das perfekte Kleidungsstück für sommerliche Temperaturen: das Maxikleid.

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          Wer eine Reise antritt, der fährt nicht in den Alltag. Die traurige Wahrheit ist aber, dass sich die wenigsten dabei so benehmen, als stünde etwas Besonderes an, als gingen sie ins Theater oder feierten Geburtstag. Wenn man heute das Bild auf einem anderthalbstündigen Flug nach Südeuropa auf sich wirken lässt, das von Jogginghosen und aufblasbaren Schlafkissen geprägt ist, könnte man wehmütig an die Zeit zurückdenken, als das noch anders war. Oder auch wenn man in einem vollgepackten Bus auf dem Weg zum verspäteten Flugzeug steht, das auf einer Außenposition geparkt ist, und der Nachbar im Bus richtig schön schmatzend Kaugummi kaut. Oder wenn man in Florenz in den Uffizien zur Hauptsaison endlich einen Platz gefunden hat, um Leonardo da Vincis "Die Verkündigung" betrachten zu können, und bemerkt, dass der Besucher nebenan nichts Besseres zu tun hat, als parallel mit einer Dame auf Facetime zu kommunizieren, die – der Erscheinung auf dem Bildschirm nach zu urteilen – erst gerade aufgewacht ist.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aber zwischen nackten Füßen auf Hoteldachterrassen-Tischen und dem Daddeln am Handy immer und überall ist ein bemerkenswerter Gegentrend zu erkennen: Viele Frauen tragen jetzt im Sommer lange Kleider – keine Abendkleider, natürlich nicht, aber 30 Grad im Schatten sind kein Hindernis mehr für bedeckte Knie und Waden. Es sind eben keine Fähnchen im Wind, auch wenn sie auf dieser Seite so schön flattern.

          Das Maxikleid des Sommers ist auch keine Keuschheitskutte. Seine Trägerinnen halten es, selbst wenn sie Touristinnen sind, vielmehr so wie die Römer in Rom. Um zu signalisieren, dass man hier zu Hause ist und mit der Hitze lebt, reichen manchmal schon ein Paar lange Chinos statt der Mainstream-Touristen-Uniform Shorts.

          Also Maxikleider: Mit den Modellen von Michael Michael Kors (das ist kein Druckfehler, die Linie heißt wirklich so; Kleid mit Punkten) und Rat & Boa (erhältlich im Online-Shop Matchesfashion; gelb-rotes Batikmuster) ist man über Tag schick und abends schicker angezogen. Dabei entscheidet die Länge der Kleider heute nicht mehr über Tag und Nacht, siehe das leichte Jersey-Modell von Marc O'Polo (in blau) und die Kleider aus fester Baumwolle mit Muster von Le Sireneuse Positano (ebenfalls über Matchesfashion; blau-weiß gemustert) und mit Borte von Weekend Max Mara (blau-weiß gestreift).

          So geht es in die Hundstage, während Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) gerade angekündigt hat, das Fliegen teurer machen zu wollen. Der Mensch setze der Erde mit seinem Verhalten einfach zu sehr zu. Wäre Fliegen für ihn wieder etwas Besonderes, die Umwelt würde es danken. In jeder Hinsicht.

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