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Matteo Marzotto im Fragebogen : „Ich habe mehr als 100 Maßanzüge“

Matteo Marzotto ist mit der Modemarke Dondup erfolgreich. Bild: Giovanni Gastel

Matteo Marzotto wird nicht nur zu den am besten gekleideten Italienern gezählt, er vertreibt auch selbst erfolgreich Mode über seine Marke Dondup. Zu welchen Anlässen er gern über Gott spricht, verrät er im Stil-Fragebogen.

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          Er stammt aus einer Textildynastie; lange hielt seine Familie die Mehrheit an Hugo Boss. Also musste auch Matteo Marzotto eine Modemarke gründen. Der fünfte Sohn von Graf Umberto Francesco Marzotto und Marta Vacondio ist mit Dondup erfolgreich, auch in Deutschland. Als ob das noch nicht genug wäre, ist der Dreiundfünfzigjährige in vielen Verbänden tätig, unter anderem als Präsident der italienischen Tourismusvereinigung. Beim Treffen in Mailand ahnt man gleich, warum man ihn zu den am besten gekleideten Italienern zählt.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Das Weiße von drei Eiern, einen Joghurt und zwei Knäckebrote, nicht mehr als zwei.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Ich habe mehr als 100 Anzüge, die meisten zu Hause im Veneto, viele aber auch hier in meiner Wohnung in Mailand. Alle sind maßgeschneidert. Ich kenne meine Größen und weiß genau, welche Beinweiten und Ärmellängen ich brauche, das ist sehr praktisch. In der Freizeit trage ich aber auch viele Sachen von Dondup.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein Solaro-Anzug von 1986, ein seltenes Modell, nämlich in Grün. Den trage ich noch immer.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Am letzten Dienstag, an einen Freund, aus traurigem Anlass. Eine Mail mag effizient sein, ist aber nicht warm. Ein Stück Papier, von Hand gemacht, ist ganz anders.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          Zwei! „Ich zähmte die Wölfin“ von der französischen Schriftstellerin Marguerite Yourcenar und „Selbstbetrachtungen“ von Marc Aurel. Beide unglaublich eindrucksvoll und wichtig für mich.

          Gewinnendes Lächeln: Matteo Marzotto
          Gewinnendes Lächeln: Matteo Marzotto : Bild: Giovanni Gastel

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          In jeder Ecke meiner Häuser und in jedem Büro habe ich Fernseher. Wenn ich um viertel vor sieben aufstehe, fange ich an: Rai, Sky und am liebsten BBC World. Zeitungen lese ich meist im Netz, zum Beispiel „Corriere della Sera“ oder „Wall Street Journal“.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Am einfachsten ist natürlich die Mode. Und das Radfahren, mein Lieblingssport. Aber ich rede auch viel über meine Stiftung für Mukoviszidose-Forschung. An der Krankheit ist meine zweitälteste Schwester gestorben, die wie eine Mutter für mich war. Das ist kein einfaches Smalltalk-Thema, aber ich kenne mich damit aus, und es ist relevant. Nicht zuletzt rede ich gerne über Gott. Denn Spiritualität macht 99 Prozent unseres Lebens aus, ohne dass wir es wüssten.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          Bei einem neuen Aufklärungsfilm über Mukoviszidose.

          Sind Sie abergläubisch?

          Ja, obwohl ich gläubig bin. Ich gehe nie unter einer Leiter hindurch. Am Tisch nehme ich nie die Salzdose von einem anderen direkt an - man muss sie erst auf den Tisch stellen, dann nehme ich sie. Und wenn eine schwarze Katze die Straße überquert, warte ich, bis jemand anderes hinübergeht, erst dann gehe ich; und das kann dauern, wenn es spät am Abend ist. Auch glaube ich nicht, dass der Gruß „Buona fortuna!“ wirklich Glück bringt. Und mit Wasser stößt man in Italien generell nicht an, außer man tut etwas Zitrone oder Essig hinein.

          Worüber können Sie lachen?

          Ich versuche, über vieles zu lachen, wie Sie an meinen Lachfältchen sehen.

          Ihr Lieblingsvorname?

          Maria, weil es der Name der Muttergottes ist, und Michele, nach dem Erzengel, der den Satan bezwang.

          Machen Sie eine Mittagspause?

          Ja, wenn möglich. Ich achte sehr auf meine Ernährung.

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          In welchem Land würden Sie gerne leben?

          Gute Frage! In Japan würde ich gerne ein paar Jahre leben, auch in Spanien und schon morgen in Kroatien. Deutschland liebe ich seit Hugo-Boss-Zeiten ebenfalls. Immer wenn ich im Sommer mit meinem Flugzeug nach Norwegen fliege, mache ich Halt in Deutschland und habe dabei schon viele Städte entdeckt, Kiel zum Beispiel.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

          Schinken, Gemüse, griechischer Joghurt, Wein.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Mit. Seit zwölf Jahren fahre ich Hybrid-Autos.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Zuhören zu können.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

          Manchmal fixiere ich mich auf etwas, ohne dass ich das große Ganze sehe. Das finde ich schrecklich.

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

          Ich habe Johannes Paul II. und Franziskus getroffen, das war sehr beeindruckend. An historischen Personen würde ich gern Marc Aurel und Mutter Teresa treffen.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

          Nur den Anhänger hier, mit dem Familienmotto: „Sua texit labor fata“, also etwa: Das Schicksal ist aus Arbeit gewebt. Und heute trage ich eine Sportuhr von Garmin.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Habit Rouge von Guerlain, seit langem.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

          Mit Freunden zum Nordkap zu fliegen.

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

          Tiziano Ferro, Franco Battiato, Eros Ramazzotti.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?

          Ich habe alles, was man haben wollen kann.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Santa-Margherita-Wein aus eigener Herstellung, manchmal einen Grauburgunder und viel Wasser.

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