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Mark Forsters Kleiderschrank : Ein Mann, zwölf Kappen

  • -Aktualisiert am

Graues Hemd aus Baumwoll-Leinen-Mischung von Closed. Bild: Gregor Hohenberg

Wer verstehen will, warum Mark Forster so erfolgreich ist, sollte seine Kleidung kennen. Sie passt perfekt zu seinem Kopf – und zu seinen Songs.

          Die zwölf Kappen hat er mitgebracht. Eine Handvoll dunkelblaue, ein paar schwarze mit Aufdruck, feines Hellgrau. Micky-Maus-Emblem, der Stierkopf der Chicago Bulls. Keine Werbung. Bei einigen ist die Unterseite des Schirms tannengrün. Mark Forster gibt es nicht ohne Kappe. Der Dreiunddreißigjährige hat schon oft erzählt, dass seine Haare allmählich grau und schütter würden. Abends wechsle er gewissermaßen nahtlos von der Cap zur Schlafmütze.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Schon in der Schulband hatte ich immer so Kappen auf“, sagt Forster. „Irgendwie habe ich festgestellt, dass ich mit Kappen cooler aussehe. Und dann ist es so geblieben.“

          Das Hitwunder des deutschen Pop steht in einem Fotostudio in Berlin-Kreuzberg, um für Porträtaufnahmen zu posieren. Mode ist nicht unbedingt sein Ding. Gerade erst hat ihn die Kollegin Lena Meyer-Landrut in der Vox-Fernsehsendung „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ mit den Worten charakterisiert, Brille, Kappe, T-Shirt, Hose –  bei Mark Forster wisse man immer sofort, woran man sei. Tatsächlich muss diese Authentizität, eine manchmal fast naive, aber grundsympathische Eindeutigkeit, die auch seine Songtexte kennzeichnet, ein Grund für den kometenhaften Aufstieg dieses Mannes zu einem der gerade erfolgreichsten deutschen Musiker sein. Drei Alben in fünf Jahren. Und jede Single ein Hit.

          „Ich versuche, cool auszusehen“

          Sein Manager lässt den Blick über die Kleider an der Stange schweifen. Da hängen modische Strickteile mit hohem Kragen und psychedelischem Muster. Sofort schüttelt er den Kopf: Das Zeug brauche man nicht. Wie vorher abgemacht, hat Forster neben den Kappen deshalb auch eigene Jacken und Hemden mitgebracht. Mark Forster ist Mark Forster ist Mark Forster.

          Die Stylistin, englischsprachig, bügelt ein frisches weißes T-Shirt auf. Forster fragt: „Which cap?“ Dann stellt er sich vor die Leinwand. Schiebt die Hände in die Taschen. Winkelt das Bein an, dreht den Kopf und sieht ziemlich cool aus. Woran er denkt, wenn er vor der Kamera steht? „Ich versuche, cool auszusehen“, sagt Forster. Offenkundig gelingt ihm auch das.

          „Super. Schön. Ja. Nice. Okay.“ Fotograf Gregor Hohenberg ist begeistert. Auf jedes Klacken des Auslösers folgen zwei Pieptöne, wenn die Blitze sich wieder aufladen. Nach wenigen Minuten sagt er: „Eigentlich haben wir das erste schon im Kasten.“

          Ironiefreie Texte werden zu Ohrwurm-Hymnen für Zehntausende

          Mark Forster lächelt entspannt und kräht wie eine Fanfare: „Näääxt.“ Dann lässt er sich von der Stylistin ein löchriges T-Shirt mit Heavy-Metal-Aufdruck andrehen, das ziemlich lässig aussieht unter seiner eigenen blauen Jeansjacke. Und weil das Shirt so eng sitzt, blödelt er dazu: „It's spänning on the Bauch.“

          Dieser Mann, der mit ironiefreien Texten über sich selbst zu Ohrwurm-Hymnen Zehntausende auf Festivals lockt und auch schon vor etwa einer Million Menschen zu Silvester am Brandenburger Tor gesungen hat, ist offensichtlich genau so natürlich und unkompliziert und nett, wie man ihn als Coach und Juror in den Kindermusiksendungen „Dein Song“ und „The Voice Kids“ kennengelernt hat. Der Reggae-Musiker Gentleman brachte es kürzlich bei „Sing meinen Song“ auf den Punkt: „Bist echt 'n nice dude.“ Netter Typ halt.

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