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Wer hat’s erfunden? Die Mutter des Kampfpiloten und Schauspielers Marius Eriksen beanspruchte die Idee für sich. Bild: danapress

Marius-Pullover aus Norwegen : Wer hat das berühmte Muster erfunden?

Das Strickmuster der berühmten Marius-Pullover aus Norwegen ist ein Vermögen wert – und zum Gegenstand eines jahrzehntelangen erbitterten Urheberrechtsstreits geworden. Das Buchmessen-Gastland bekommt das Thema einfach nicht aufgeribbelt.

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          Rot, Blau und Weiß, das sind die Farben der norwegischen Nationalflagge. Rot, Blau und Weiß, das sind auch die Farben eines Wollpullovers, der in Norwegen zum nationalen Designklassiker geworden ist. Ein Strickmuster? Wer dabei an die Freizeitbeschäftigung betulicher Damen denkt, zwei links, zwei rechts, liegt falsch. Der Pullover, um den es hier geht, wird erstens glatt rechts gestrickt. Und zweitens ist das mehr als 60 Jahre alte Strickmuster ein Vermögen wert. Sonst wäre es kaum zum Gegenstand eines jahrzehntelangen erbitterten Urheberrechtsstreits geworden.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Denn dieses Muster in Rot, Blau und Weiß, erstmals 1953 förmlich zu Papier gebracht, ist die Herstellungsanleitung für den bekanntesten Wollpullover der Welt. Das Muster prangt heute in Norwegen auch auf Brotdosen und Thermoskannen, auf Smartphonehüllen und Babystramplern. Seine Geschichte handelt von einem Kriegshelden und Filmschauspieler, von einem entlegenen Tal in den Bergen und von den Anfängen des Wintersportgeschäfts, von einer uralten Handarbeitstradition und einer ausgefeilten Marketingstrategie. Aber vor allem handelt sie, wie es sich für eine Geschichte aus dem Mutterland der modernen Gleichberechtigung gehört, von zwei geschäftstüchtigen Frauen, deren Wege sich in den fünfziger Jahren auf schicksalhafte Weise in der norwegischen Hauptstadt Oslo kreuzten.

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