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Maria Grazia Chiuri : Die erste Couturière bei Dior

Von Rom an die Rue Montaigne in Paris: Maria Grazia Chiuri wechselt von Valentino zu Dior. Bild: AFP

Die italienische Modeschöpferin Maria Grazia Chiuri wird die neue Chefdesignerin bei Dior in Paris, als erste Frau überhaupt. Einen wichtigen Weggefährten muss sie nun zurücklassen.

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          Schon ein paar Minuten mit Maria Grazia Chiuri, und man weiß: Diese Designerin ist in der von Großkonzernen gesteuerten Mode eine Ausnahme. Die Modeschöpferin, die acht Jahre lang eine Hälfte des Chefdesigner-Duos bei Valentino war, ist nicht verschlossen wie eine Auster. Schon die beliebte Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lächelt sie nicht souverän weg, wie die meisten Designerinnen.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Maria Grazia, wie sie in der Szene nur genannt wird, antwortete im Interview mit dem Magazin dieser Zeitung ganz anders: Sie sei besorgt gewesen, als ihr der Posten als Chefdesignerin von Valentino angeboten wurde, und dass ihr Designpartner Pierpaolo Piccioli,  mit dem sie schon neun Jahre lang die Accessoires in dem römischen Haus verantwortet hatte, von der Chance ihres Lebens sprach. Sie habe nachgerechnet, dass sie schon viel zu tun habe und es künftig noch mehr werde. Ihre Kinder Rachele und Nicolo waren zu der Zeit noch klein. Erwachsen wurden sie mit der Mutter als Chefdesignerin.

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          Jetzt, da die beiden studieren, bekommt Maria Grazia Chiuri, die 1964 in der Ewigen Stadt geboren wurde, die zweite Chance ihres Lebens. Sie wird, wie am Freitag mitgeteilt wurde, Chefdesignerin von Dior in Paris - und steht nun in einer Reihe mit Christian Dior , Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferrè, John Galliano und Raf Simons. Sie ist also die erste Couturière  in der Geschichte der Marke, die sich vor allem um die Frauen kümmert. Die Männermodelinie Dior Homme wird weiterhin von dem Designer Kris Van Assche verantwortet.

          Arbeit ohne ihren langjährigen Weggefährten

          Anders als Raf Simons, der zuvor nie Couture gemacht hatte, ist Maria Grazia Chiuri mit der hohen Schneiderkunst vertraut - ihr Lehrmeister war schließlich Valentino. Neu wird hingegen die Arbeit ohne Pierpaolo Piccioli sein, der bei Valentino bleibt.

          Die beiden sprachen oft von sich in der ersten Person Plural und haben mehr als 25 Jahre zusammengearbeitet, nachdem sie sich über den Modemacher Giambattista Valli kennengelernt hatten. Mit ihnen begann bei Valentino die Zukunft: mit aufwendigen bestickten Roben und markanten Bestseller-Accessoires. Chiuri ist als an der Avenue Montaigne an der richtigen Adresse. Nur muss sie nun in der ersten Person Singular sprechen.

          Gehen nun beruflich getrennte Wege: Pierpaolo Piccioli, der bei Valentino bleibt, und Maria Grazia Chiuri.

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