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Neuer Pop-Up-Store : „Ich bringe die Couture auf die Straße“

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Marcell von Berlin eröffnet seinen Pop-up Store in Frankfurt. Er will starke Frauen mit vielfältiger Persönlichkeit ansprechen. Was das mit seiner Oma und Neopren-Stoffen zu tun hat, verriet er unserer Autorin beim Vorabbesuch.

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          Einen Tag vor der Eröffnung des Ladens in der Frankfurter Goethestraße wird an mehreren Ecken noch gewerkelt. Es geht aber nur noch um Details. Die Rohbauoptik ist gewollt, wie auch schon beim Flagship Store des Labels „Marcell von Berlin“, auf der Berliner Friedrichstraße. Mit der Eröffnung in Frankfurt am Donnerstagabend folgt nun die zweite große Dependance. Hohe Betonwände kontrastieren mit edlen Samtsofas, schweren Samtvorhängen und Marmortischen mit vergoldetem Metall. Dazwischen das Logo des Berliner Labels in Kapitälchen.

          Die Lage war von Anfang an ein Wunschort: „Frankfurt ist ein wichtiges Drehkreuz. Hier bewegt sich viel internationale Kundschaft. Die Goethestraße passt hervorragend zu uns. Hier liegen wir in bester Nachbarschaft zu großen Luxusmarken und hier wollen wir etwas Neues, Überraschendes reinbringen“, sagt Designer Marcell von Berlin, der mit bürgerlichem Namen Piotr heißt. Schon vorab habe man für Irritation und neugierige Blicke gesorgt, stellt Designer zu Beginn des Gespräch schmunzelnd fest. Bewusst habe man zunächst die Eröffnung eines Spätis, eines typischen Berliner Kiosks, außen angekündigt. Die Fassade ziert jetzt zwar passend zum luxuriösen Umfeld das hauseigene Logo-Monogrammmuster, den Witz hat man aber durchgezogen. Im Eingangsbereich des insgesamt 600 Quadratmeter großen Stores, verteilt auf zwei Stockwerke, empfängt ein Späti die Besucher – gut sichtbar durch die große Fensterfront.

          Marcell von Berlin mag Stilbrüche: „Der Store spiegelt im Prinzip wider, was ich mit meinen Designs mache. Ich arbeite sehr viel mit klassischen Schnitten, aber ich mag auch innovative Stoffe. Es geht mir um Haptik und die unmittelbare Erfahrung.“ Deshalb zeigten sich seine Stores einladender und weniger elitär als man es von Luxusmarken gewohnt sei: „Bei mir lässt sich bei Süßigkeiten oder einem Bier in der Hand Luxusmode erleben. Einen schöneren Stilbruch kann ich mir nicht vorstellen.“

          Für den erhofften Erfolg seiner neuen Location hat Marcell von Berlin sich das Künstlerkollektiv Ron Miller ins Boot geholt. „Ich bringe die Couture auf die Straße, Ron Miller wiederum bringen Street Art in die Galerien“, sagt der Designer. Das Urban-Art-Kollektiv hat in der oberen Etage eine kleine, separate Street-Art-Galerie eingerichtet. Dort zeigt es neben eigenen Bildern und Installationen, die ähnlich wie die Mode bevorzugt Weiblichkeit in den Blick nehmen, auch Kooperationen mit anderen, verwandten Künstlern. Über den Zeitraum des Pop-up-Stores will man verstärkt auch die Zusammenarbeit mit Frankfurter Künstlern suchen und diesen eine Plattform bieten.

          Von New York nach Berlin: Designer Marcell von Berlin
          Von New York nach Berlin: Designer Marcell von Berlin : Bild: Hersteller

          Glamour für die Hauptstadt

          Studiert hat Marcell von Berlin am renommierten Parsons College in New York. Anschließend sammelte er praktische Erfahrungen bei Donna Karan und Michael Kors, ehe es ihn nach Berlin verschlug, wo er 2011 sein Label gründete. „Für mich als Designer ist Berlin ein wichtiger Standort. Hier kann ich mich relativ frei entwickeln und auch sehr viel aus der Stadt für meine Kollektionen ziehen. Mich fasziniert die Clubkultur, die Schnelllebigkeit der Stadt und natürlich das Multikulturelle. Ich komme außerdem aus dem Couture-Bereich. Das fehlt Berlin noch ein bisschen. Ich wollte etwas Glamour in die Hauptstadt bringen“, sagt er.

          Diese Andersartigkeit sorgte dafür, dass es nicht lange dauerte, bis die ersten Celebrities anklopften, um sich für einen Auftritt auf dem roten Teppich einkleiden zu lassen. Aufwendige, maßgeschneiderte Roben sind bis heute seine Leidenschaft: „Couture ist wie Kunst. In diesem Moment kann ich Künstler sein und auch einmal Sachen kreieren, die verrückt und weniger tragbar sind. Hier kann ich mein Potenzial als Designer voll ausschöpfen.“

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