https://www.faz.net/-hrx-98002

Visagist im Gespräch : „Alles beseitigen!“

Hilft auch Männern bei der Optimierung: Philipp Koch Verheyen ist Visagist in Berlin. Bild: PATRICE BRYLLA

Männer kümmern sich vor allem um ihre Haare. Was sonst noch alles wichtig ist, um gut auszusehen, verrät der Star-Visagist Philipp Verheyen im Interview.

          Herr Verheyen, Sie sind Hair und Make-up Artist in Berlin und arbeiten mit Stars für Auftritte auf dem roten Teppich und für Modeproduktionen. Kann man bei Männern von Schminken sprechen?

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ja. Aber es geht vor allem um die Haare, das ist bei Männern das Wichtigste. Und es geht darum, dass sie nicht glänzen, also frisch aussehen. Ein Vitamin-Booster ist dann wichtig, damit die Haut vital bleibt.

          Sind denn die Haare noch wichtiger als bei den Frauen?

          Das nicht. Aber bei einer Frau verändert man von Event zu Event die Haare, als Mann trägt man seine Frisur über einen längeren Zeitraum. Obwohl, jetzt arbeite ich mit einem Schauspieler, der ein Toupé trägt. Für eine Rolle hat er einen furchtbaren Haarschnitt bekommen, damit er ins 17., 18. Jahrhundert passt. Deshalb haben wir die Haare jetzt so hergerichtet, dass er pressetauglich ist.

          Können Sie verraten, wer das ist?

          Nein. Aber ich kann Ihnen einen Namen nennen, mit dem ich gerade zusammenarbeite: Rupert Everett.

          Wie sind Sie dazu gekommen?

          Ich habe das Glück, von den Verleihen und PR-Agenturen angeschrieben zu werden, wenn Stars nach Berlin kommen. Zum Beispiel auch, wenn Diane Kruger in Deutschland ist. Mit Rupert Everett arbeite ich zum ersten Mal. Und ich arbeite auch mit Felix Jaehn zusammen. Er hat eine ganz junge Haut.

          Er ist ja auch erst 23.

          Ja. Eine ältere Haut braucht andere Produkte. Wobei es immer auf den Typ ankommt. Auch beim Make-up muss man darauf achten, dass ein Image gezielt gepflegt wird.

          Wie schminkt man Männer überhaupt?

          Pflege und Grundierung sind wichtig. Erst mal müssen alle Barthaare entfernt werden, die nicht da sind, wo sie hin gehören. Das Trimmen ist entscheidend, dass die Augenbrauen gestutzt sind, dass kein Haar absteht. Und dann muss man schauen: Haare in den Nasen? Haare in den Ohren? Alles beseitigen! Dann kommt die Pflege, eine gute Augenpflege gehört dazu. Wichtig ist auch, dass die Männer von sich aus viel Wasser trinken. Je weniger Make-up, desto besser. Das wollen die meisten Männer auch so. Es gibt wenige, die all-over contouring bekommen. Man benutzt Concealer, um Augenringe zu kaschieren, kleine Rötungen an der Nasolabialfalte oder an den Nasenflügeln, dass man kleine Unreinheiten abdeckt. Dann ist das Puder wichtig, damit die Haut nicht zu sehr glänzt. Vor der Kamera oder im Blitzlicht sieht das nochmal ganz anders aus.

          Zu Gast bei der Berlinale: Rupert Everett.

          Das ist es?

          An graue Haare im Bart gehe ich mit dem Kajalstift ran.

          Bedeutet das Trimmen der Barthaare rasieren oder schneiden?

          Beides. Ich rasiere aus hygienischen Gründen nie mit einer nassen Klinge. Je nach Bartlänge mit einem elektrischen Rasierer oder mit Kamm und Schere. Ich habe zum Beispiel mal mit Christian Bale gearbeitet. Er hat längere Barthaare, und die trimmt man mit Schere und Kamm.

          Machen Sie das alles an einem Termin?

          Ja, für die Männer plane ich eine Stunde ein. Für die Haare, die Pflege, vielleicht eine Maske zuvor, die Fingernägel. Allerdings muss man dazu sagen, dass die meisten Männer schon sehr gepflegt ans Set oder in die Suite kommen. Dann ist nur noch Feintuning nötig.

          Wie lange brauchen Sie für Frauen?

          Zwei Stunden.

          Inwiefern verhalten sich Männer anders als Frauen beim Termin?

          Weitere Themen

          Adiletten, Crocs, Flip-Flops – oder doch Birkenstock? Video-Seite öffnen

          Bequeme Schuhe : Adiletten, Crocs, Flip-Flops – oder doch Birkenstock?

          Bequemlichkeit ist beim Look ein zunehmend wichtiges Gebot, und im Sommer zeichnet sich das nirgendwo deutlicher ab als am Schuh. Aber Gummisohle ist nicht gleich Bast-Schlupfschuh. Eine Typologie der Trägerinnen und Träger.

          Gut drauf Video-Seite öffnen

          Mopedfahrer in Hanoi : Gut drauf

          Bälle, Blumen, Eier, Wasserflaschen oder Fische: In Hanoi wird einfach alles auf Rollern transportiert. Unser Fotograf hat ein paar der Mopedfahrer in der Nacht aufgehalten und im Bild eingefangen.

          Topmeldungen

          „Eine Art Ideologie, die zu Gräueln in der Historie unseres Planeten geführt hat“: So beschreibt ein ehemaliger Funktionär die Haltung der IAAF gegenüber der standhaften Caster Semenya.

          FAZ Plus Artikel: Fall Caster Semenya : Startrecht nach Kastration

          Die IAAF hat Caster Semenya nach ihrem Sieg in Berlin 2009 eine Operation nahegelegt zur Aufhebung ihrer Laufsperre. Vier Athletinnen unterzogen sich der Tortur. Ein früherer Funktionär spricht von einem Zwangssystem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.