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Mailänder Modewoche : Der Geist des Kamelhaarmantels

Das Neunziger-Jahre-Model Shalom Harlow gleitet in einem Versace-Kleid über den Laufsteg. Bild: EPA

In der Modebranche muss heute um Macht gerungen werden. In Mailand zeigen die großen Designer, wie sie wurden, was sie sind – und wie sie ihr Frauenbild überdenken.

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          Kommen zwei Damen auf dem Weg vom Supermarkt an der Via Solari 35 vorbei. Hier, bei den Mailänder Büros von Fendi, beginnt in 20 Minuten die Schau der Marke, und die Redakteure, Streetstyle-Fotografen, Influencer, Einkäufer und Zaungäste stehen bereit. Die zwei älteren Damen schaffen es mit ihren Einkaufstrolleys gerade so durch die Menge. 50 Meter weiter das nächste Hindernis: Die Jackenmarke Herno hat zur Präsentation auf dem Bürgersteig Rollrasen ausgelegt und riesige Grünpflanzen aufgestellt. Die eine ist genervt, sie will weiter. Die andere bleibt stehen, zückt ihr Klapphandy und ruft: „Che belli!“

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Natürlich nervt die Mode, wenn sie, wie in Mailand, fünf Tage lang die halbe Stadt lahmlegt. Wenn man das Getue im Namen der Selbstdarstellung auf Instagram als unbeteiligter Autofahrer zu spüren bekommt, in einem Stau aus schwarzen Limousinen, wenn sich, wie bei Marni, der Viale Umbria so schön als Fotokulisse eignet. Diese Mode kann sogar verunsichern, wenn man Bilder von Models in Mikro-Minis bei Versace sieht.

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