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Männermode von Prada : Katz und Mausgrau

  • -Aktualisiert am

Mit Markenzeichen: Prada Bild: dpa

Prada ist der einzige „big player“ in Mailand, der sich noch einen eigenen Laufsteg für Männer leistet. Das zahlt sich aus.

          Die Prada-Schau war schon immer der Höhepunkt der Mailänder Männermodewoche. Und jetzt ist sie es erst recht, wie sich am Sonntagabend wieder zeigte, als Miuccia Prada ihre Armada über den Laufsteg schickte.

          Das hat viele Gründe. Der erste: Konkurrenten wie Bottega Veneta und Gucci haben sich dazu entschieden, Co-Ed-Modenschauen zu veranstalten, auf denen Jungs und Mädchen gemeinsam laufen – und zwar dann, wenn die Aufmerksamkeit am größten ist, während der Damenmode-Woche im Februar. So ist Prada der einzige big player in Mailand, der sich noch einen eigenen Laufsteg für Männer leistet.

          Gut so! Denn in Mailand wird nicht darüber gesprochen, welcher Designer nun auf vakante Posten bei Céline oder Burberry nachrückt – nein, die Modeleute diskutieren ernsthaft darüber, ob Miuccia Prada noch die richtige Designerin ist, um Konzernmarken wie Gucci und Dior davon abzuhalten, dem Mailänder Familienunternehmen Marktanteile abzunehmen.

          Schon der erste Augenschein widerlegt die kühne These. Viele Designer haben cognacfarbene Kordanzüge im Programm – Prada hatte sie schon vor einem Jahr. Denn da begann Signora mit ihrer Entzauberung der Männermodewelt. Die maximale Individualisierung von Kleidungsstücken mit Kristallen, Stickereien und Bemalungen lassen bei Gucci die Kassen klingeln. Da muss sie wieder einen Schritt weiter sein – und der ging zurück.

          Aus der Kiste holte sie am Sonntag schwarzen Nylon, das Material, auf dem der Erfolg der Marke gründet. Die übereinander geschichteten Mäntel, Jacken, Capes und Bomberjacken brachten eine düstere Stimmung hervor: Plötzlich war die Prada-Uniform der neunziger Jahre wieder da. Dazu eine kleine Leistungsschau der besten Prada-Drucke mit den altbekannten Bananen und abgebrochenen Lippenstiften, vieles versehen mit dem roten Prada-Sport-Schriftzug, dem in Vergessenheit geratenen Markenzeichen des Hauses, das nun wohl vor einem Comeback steht.

          Ein starker Auftritt, der nicht nur örtlichen Größen wie Marni, Zegna, Cucinelli, Armani und Dolce & Gabbana zeigen sollte, was Sache ist. Die Botschaft ging auch 4500 Kilometer in Richtung Nordosten. Zur gleichen Zeit präsentierte nämlich in Jekaterinburg Gosha Rubchinskiy, einer der aktuellen Männermode-Lieblinge, seine „collaborations“ mit Adidas, Levi’s, Dr. Martens, Burberry – in Zeiten der Dauer-Kooperationen von Insider- mit Massenmarken arg vorhersehbar.

          La Signora dagegen marschiert unerwartet zurück zur Uniform – und zwar in einem Lager der Firma neben der Fondazione Prada. Zudem lud die Designerin die Architekten Herzog & de Meuron sowie Rem Koolhaas und den Industriedesigner Konstatin Grcic ein, Produkte aus schwarzem Nylon beizusteuern. Grcic entwarf eine multifunktionale Anglerschürze, die als Kopf- und Körperschutz getragen werden kann. Das sind mal neue Kooperationen!

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