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Lenny Kravitz : Weltstar in Weltstadt

Lenny Kravitz fotografiert gerne mit seiner Leica. Bild: dpa

In Wetzlar steht Lenny Kravitz nur auf einer kleinen Bühne – denn er ist nicht für ein Konzert, sondern für die Eröffnung seiner Fotoausstellung „Drifter“ in die Stadt gekommen.

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          Seine Mutter hatte das Foto an der Wand ihres Wohnzimmers hängen. Ein eingerahmter großer Abzug, schwarz auf weiß, darauf Martin Luther King, wie er am 28. August 1963 in Washington seine berühmte Rede („I have a dream“) hielt. Die Worte des Bürgerrechtlers und Baptistenpastors bewegten die gesamte Nation und ganze Generationen.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Jeder hat so ein Bild in seinem Leben“, sagt Lenny Kravitz. „Und das ist meins. Es war meine erste Station in der Fotografie.“ Auch nach mehr als einem halben Jahrhundert habe die Aufnahme nichts von ihrer Magie verloren. Kravitz steht auf einer kleinen Bühne in Wetzlar. Der Rockstar ist nicht für ein Konzert in die Stadt gekommen. Es geht ihm um die Präsentation seiner Fotos. 40 seiner besten Aufnahmen werden in der Leica-Galerie ausgestellt: Porträts in schwarz und weiß, Straßenzüge, Hotelzimmer, Freunde und Bekannte. Lichtblicke aus dem Leben eines Weltstars. „Ich komme viel rum in der Welt“, sagt er. „Nie bleibe ich lange an einem Ort. Ich drifte durch Länder und Kulturen – und das will ich dann auch festhalten.“

          Seine Leica hat er daher immer dabei. Mit der Marke verbindet ihn viel. „Mein Vater war NBC-Korrespondent in Vietnam und kam aus dem Krieg mit einer Leicaflex zurück. Sie stand dann bei uns zu Hause im Regal. Ich war noch klein, durfte sie aber auch schon mal in Händen halten. Als ich 18 wurde, schenkte er sie mir dann. Später lernte ich über die großen Rockfotografen, die unsere Plattencovers schossen, wie man so ein Instrument richtig bedient.“ Heute macht Kravitz nicht nur eigene Aufnahmen, er hat dafür auch seine eigene Marke. Leica hat dem Fünfundfünfzigjährigen unter seinem Namen eine Kamera auf den Leib geschneidert – nach seinen Ideen. Vollformat, Monochrome und Reporter-Linse. Das Design verrät den Rockstar: Schlangenmuster und ein Trageband wie eine Uniformkoppel. Die Auflage der Kamera ist limitiert: ein Sammlerstück zum Preis eines Mittelklassewagens.

          Kravitz ist damit schon durch die halbe Welt gezogen. Daraus erwuchs seine neue Ausstellung. „Drifter – Herumtreiber“. „Natürlich sehe ich die Welt in Farbe. Doch wenn es um Kompositionen und Formen geht, steh’ ich auf black and white“, sagt er. „Man bringt dem einfach mehr Aufmerksamkeit entgegen. Das prägt sich einfach ein – so wie die Aufnahme von Dr.King im Wohnzimmer meiner Mutter.“

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