https://www.faz.net/-hrx-afv2i

Kim Kardashian bei „Met Gala“ : Von Kopf bis Fuß verhüllt

  • -Aktualisiert am

Kim Kardashian in Balenciaga auf der diesjährigen „Met Gala“. Bild: AFP

Kim Kardashian hüllte sich bei der „Met Gala“ in New York komplett in Schwarz. Ist es ein Statement gegen den Promi-Kult? Oder einfach nur ignorant?

          2 Min.

          Die „Met Gala“ in New York war auch in diesem Jahr nicht nur ein Anlass für Designer, aufwändige Roben an berühmten Menschen zu präsentieren. Einige Stars nutzten die Bühne auch wieder, um politisch Stellung zu beziehen. Das Motto lautete diesmal „In America: A Lexicon of Fashion“, ein Motto also, das reichlich historischen Stoff bieten könnte, um das zu tun. 

          Die New Yorker Politikerinnen Alexandria Ocasio-Cortez und Carolyn Maloney trugen politische Slogans auf ihren Roben: Auf Ocasio-Cortez’ weißem Kleid prangerte in Rot „Tax the Rich“, also „Besteuert die Reichen“, Maloneys Schleppe forderte „Equal Rights for Women“, Gleichberechtigung für Frauen. Und auch aus der Unterhaltungsbranche gab es unmissverständliche Statements: Model und Schauspielerin Cara Delevingne war mit einem weißen Brustpanzer mit „Peg The Patriarchy“-Aufschrift („Hebelt das Patriachat aus“) gewappnet. Und der hellblaue Anzug des kanadischen Schauspielers Dan Levy stellte eine stilisierte Weltkarte dar, auf der sich zwei Männer küssend umschlingen. 

          Von Kopf bis Fuß verhüllt

          Doch nicht alle Statement-Outfits waren so eindeutig. Besonders Reality-Star und Unternehmerin Kim Kardashian zog die Aufmerksamkeit auf sich: Zwischen all den hellen, glänzenden Farben war sie in einen engen schwarzen Balenciaga-Ganzkörperanzug gehüllt, designt von Demna Gvasalia, der sie auf dem Teppich begleitete. Weder ihre Hände, noch ihr Gesicht waren zu sehen, eine lange Schleppe zog sie hinter sich her. Lediglich ihre ikonische Silhouette mit der sehr schmalen Taille ließ darauf schließen, dass es sich auch wirklich um sie handelte.

          Kim Kardashian und der Designer Demna Gvasalia auf der Met Gala 2021.
          Kim Kardashian und der Designer Demna Gvasalia auf der Met Gala 2021. : Bild: dpa

          Verwehrt sich Kardashian hier der gängigen, bunten Farbpalette, an der sich weibliche Stars für solche Events halten müssen, um aufzufallen? Oder verweigert hier eine Frau den Blick auf ihr Kapital: Einen Körper, dessen jahrelange Vermarktung ihr den Reichtum und Status einbrachte, deretwegen sie jährlich auf die exklusivste New Yorker Gala eingeladen ist? Das Outfit bietet Raum für Interpretation.

          Allerdings ruft es auch ungute Assoziationen hervor: Vor wenigen Tagen, am Jahrestag des 11. Septembers 2001, hatten die Taliban einen Protest von Frauen an der Kabuler Universität orchestriert. Die Frauen trugen tiefschwarze Burkas und Kutten, die weit über das Gesicht hingen. Natürlich ist Kardashians Outfit keine Burka. Dennoch ist es bitter, wenn eben noch Bilder von 300 verschleierten Frauen in Afghanistan geteilt werden, deren Zukunft besiegelt ist. Und nun die einer Frau in Amerika, die sich dazu entschieden hat, sich für einen schönen Abend komplett zu verhüllen – um aufzufallen. Egal wie es gemeint war: Es wirkt gegenwartsvergessen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Justizministerin Lambrecht auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes

          Christine Lambrecht : Die Justizministerin in ihrer eigenen Welt

          Bleibt sie etwa doch? Im Bundesjustizministerium wären viele erschrocken, wenn ihnen die Ressortchefin von der SPD erhalten bliebe. Beamte haben oft den Eindruck, ihr Rat werde ignoriert.
          Kandidatenduell 1994: Wahlplakate mit Kanzler Kohl und SPD-Herausforderer Rudolf Scharping

          Bundestagswahlen seit 1949 : 1994: Als Rudolf Scharping baden ging

          19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Die SPD lässt erstmals ihre Mitglieder den Kanzlerkandidaten bestimmen. Rudolf Scharping macht das Rennen – und bremst sich in der Bundestagswahl 1994 selbst aus. Teil 13 unserer Wahlserie.
          Das Einspeise-Umspannwerk Dresden Süd war Auslöser für den Stromausfall in der Stadt und Umgebung.

          Energiewende : Stromausfälle werden zur Gefahr

          Wenig Erdgasreserven, instabile Netze, schwankender Windstrom: Drohen im Winter Blackouts? Der Anstieg der Gaspreise verschärft die Lage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.