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Patricia Andreae (cp.)

Digitale Fashion Week am Main : Internationalität als Verhängnis

Auflauf: Diese Schau auf der Fashion Week in Berlin ist Geschichte, die physische Mode-Woche am Main weiter Zukunft Bild: EPA

In der rein digitalen Version wird die Frankfurter Fashion Week längst nicht die Strahlkraft entfalten, die sich Stadt und Veranstalter erhofft hatten. Darunter werden auch andere Branchen leiden.

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          Die erste Frankfurt Fashion Week findet Anfang Juli statt. Doch für Frankfurt ist das keine richtig gute Nachricht. Denn in der rein digitalen Version wird die Veranstaltung, die die Messegesellschaft vor einem Jahr von Berlin an den Main geholt hatte, längst nicht die große Strahlkraft entfalten, die man sich erhofft hatte. Vor allem aber wird sie kaum etwas dazu beitragen, das Geschäft der Hotels, der Gastronomie, der Taxiunternehmen sowie Messe- und Event-Dienstleister anzukurbeln. Darauf hatten viele gehofft. Nun ist trotz sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen auch dieses Licht am Ende des Tunnels erloschen. Das ist bitter für Branchen, die seit den ersten Tagen der Pandemie besonders unter deren Folgen zu leiden haben und mit denen in der Region Tausende Arbeitsplätze verbunden sind.

          Nachdem schon am Montag angekündigt worden war, dass sogar die Automechanika im September nur zu einem geringen Teil auf dem Messegelände und ansonsten im digitalen Raum stattfinden soll, war die Absage der Fashion Week in der geplanten Form allerdings keine Überraschung mehr. Weiter abzuwarten wäre nicht möglich gewesen, da schon jetzt die Zeit für die Vorbereitung der Modenschauen, Partys und Präsentationen knapp war. Demnächst wären wohl Zahlungen für Buchungen fällig gewesen.

          Eine Frage der Reisefreiheit

          Auch wenn die Diskussion, ob Corona-Geimpfte und Genesene bald Kinos, Theater und Restaurants besuchen und ohne Einschränkungen ins Ausland reisen dürfen, etwas Hoffnung auf eine Normalisierung des Lebens macht: Bis wieder echte Reisefreiheit herrscht, wird es wohl noch dauern – auch weil die Zahl der interkontinentalen Flüge noch begrenzt ist. Ohne die aber sind internationale Großveranstaltungen unmöglich.

          So ist es für Frankfurt die bittere Wahrheit, dass gerade der Erfolg der Automechanika als Weltleitmesse sie in diesem Jahr in klassischer Form unmöglich macht. Der Anspruch auf Internationalität wird ihr somit zum Verhängnis. Eine stärkere Konzentration auf den deutschen Markt, wie man sie für die Buchmesse erwägt, ist für die Fashion Week kaum vorstellbar. Es ist daher klug, jetzt die Reißleine zu ziehen und den Neustart 2022 anzugehen.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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