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Nach Werbeskandal : Balenciaga klagt auf Schadenersatz

Will sich überlegen, wie ihre Beziehung zum Modehaus Balenciaga zukünftig aussehen soll: Kim Kardashian Bild: AFP

Die Modemarke Balenciaga hat für ihre Werbekampagne, die Dokumente im Zusammenhang mit Kinderpornographie zeigte, viel Kritik erhalten. Eine Klage gegen die Produktionsfirma läuft. Fans wie Kim Kardashian wollen die Zusammenarbeit überdenken.

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          Die Weihnachtssaison hat bei Balenciaga mit einem Werbeskandal begonnen – und für den will die zum französischen Luxuskonzern Kering gehörende Mode­marke nun entschädigt werden. Eine entsprechende Klage ist am vergangenen Freitag beim New York State ­Supreme Court in Manhattan ein­gegangen.

          Maria Wiesner
          Koordinatorin „Stil“.

          Darin wirft Balenciaga der von ihr beauftragen Produktionsfirma North Six Inc. und dem Set-Designer Nicholas Des Jardins vor, in der Werbekampagne ohne Erlaubnis Dokumente im Zusammenhang mit einem Fall von Kinderpornografie auf Fotos verwendet zu haben.

          Zu sehen waren Papiere des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 2008, auf denen die Verfassungsmäßigkeit des „Protect Acts“ bestätigt wird. Das Gesetz verschärft die Strafen für sexuelle Ausbeutung und anderen Missbrauch von Kindern.

          Mindestens 25 Millionen Dollar soll die Produktionsfirma nun dafür zahlen, dass durch ihre Werbeaufnahmen Medien und die Öffentlichkeit „Balenciaga fälschlich und schrecklicher­weise mit dem abstoßenden und zutiefst verstörenden Thema in Verbindung gebracht haben“, wie der Nachrichtendienst Bloomberg aus den Ge­richtsdokumenten zitiert.

          Da solche Kampagnen nie ohne Zu­stimmung der Auftraggeber ver­öffentlicht werden, zeigte sich auch Balenciaga am Montag reuig. In einem Statement hieß es, Balenciaga übernehme „die volle Verantwortung für unseren Mangel an Aufsicht und Kontrolle der Dokumente im Hintergrund“, man hätte „die Dinge anders machen können“. Auch für eine weitere Werbekampagne entschuldigte sich das Modehaus abermals. Auf diesen Werbebildern waren Kinder mit Teddybären zu sehen, die lederne Fetisch-Kleidung und -Geschirr trugen. Auch diese Aufnahmen sind bereits von der Webseite des Unternehmens entfernt worden.

          Selbst treue Fans des für seine ­provokanten Entwürfe bekannten Desi­gners Demna zeigten sich nach den Fehltritten schockiert. Kim Kardashian, die zur Met-Gala im vergangenen Jahr in einem Ganzkörper­kostüm mit Fetisch-Details von Balenciaga erschienen war, schrieb auf ihren Social-Media-Kanälen, sie überdenke ihre Beziehung zu der Marke. „Jeder Versuch, Kindesmissbrauch jedweder Art zu normalisieren, sollte keinen Platz in unserer Gesellschaft haben“, so die Realitydarstellerin.

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