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Kickstarter-Krawatten : Mit 30.000 Euro in die schimmernde Zukunft

  • -Aktualisiert am

Mit diesen Krawattenmotiven soll das Geschäft florieren. Bild: Hersteller

Ein deutscher Student will mit Seidenschlipsen erfolgreich werden – und gleichzeitig arbeitslosen Jugendlichen in der EU eine Perspektive geben.

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          Natürlich trägt man in der Bank Krawatte; doch man sieht die Seidenschlipse längst nicht mehr überall. Kann man also heute noch mit diesem traditionellen Zipfel Stoff ein neues Unternehmen gründen? Der 25 Jahre alte Fritz Albers aus Schleswig Holstein will es versuchen. Über „Kickstarter“, einem Internetportal, das junge Projekte fördert, wirbt er für seine echten italienischen Seidenkrawatten aus Designer Hand vom Comer See. „Wirklich gute Krawatten von den teuren Luxusfirmen kosten 200 Euro; wir aber werden sie für die Hälfte nähen – genauso exklusiv, genauso schick“, sagt der Student, der nach seinem Abitur im amerikanischen Richmond und der Ausbildung als Reserveoffizier in Lüneburg an der Mailänder Wirtschaftsuni Bocconi vor dem Bachelor-Abschluss steht.

          Mit seinem Studienkollegen Tancredi Cordero di Montezemolo in Mailand, dem Neffen des früheren Chefs des italienischen Industrieverbands, und seinem Freund, dem Marketingfachmann und früheren Journalisten Daniel von Bülow in Frankfurt, treibt er das Projekt voran, aus dem freilich nichts werden könnte, hätten sie nicht die in Israel geborene Designerin Michal Aidan gewinnen können. Sie wurde vor Jahren als Abgangsbeste der Mailänder Mode-Schule Marangoni vom Modehaus Etro übernommen, aber gab den Job jetzt auf, um in Melbourne eine Frauen-Kollektion zu entwerfen – und Krawatten für die drei Jungs. Dabei orientiert sich Michal Aidan an klassischen Motiven zeitgenössischer Themen oder der ägyptischen Mythologie.

          „Bis zum 25. Juni müssen unsere Interessenten über Kickstarter und Facebook 30.000 Dollar versprochen haben, damit wir in die Produktion gehen können“, sagt Albers. Schon hat der Optimist in Lissabon ein Büro für Vertrieb und Marketing gemietet: „Ich will jungen EU-Arbeitslosen einen Job verschaffen.“ Wenn sein Krawattengeschäft floriert, verlassen die Freunde das Unternehmen und Albers will als Investmentanalyst nach London gehen - mit dem firmeneigenen Seidenschlips um den Hals.

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