https://www.faz.net/-hrx-8tsge

Keine Show in Paris : Riccardo Tisci verlässt Givenchy

Letzte Verbeugung im Januar in Paris bei der Herbst-Winter-Kollektion der Männer: Designer Riccardo Tisci Bild: AP

Der italienische Designer Riccardo Tisci hat zwölf Jahre lang das französische Traditionshaus Givenchy umgekrempelt. Nun lief sein Vertrag aus.

          1 Min.

          Man munkelte darüber schon seit einiger Zeit, nun ist es offiziell: Riccardo Tisci verlässt Givenchy. So vermeldeten es am Donnerstag zunächst Branchenblätter. "Riccardo Tisci hat über die vergangenen zwölf Jahre mit dem Haus Givenchy ein Kapitel geschrieben, dass eine unglaubliche Vision repräsentiert, die im weiteren Erfolg erhalten bleiben wird. Ich danke ihm herzlich für seinen Beitrag zur Entwicklung des Hauses", zitiert "Business of Fashion" aus einem Statement von LVMH-Präsident Bernard Arnault, zu dessen Luxuskonzern auch die Modemarke Givenchy gehört.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Auf seinem Instagram-Account bedankte sich Tisci bei seinem ehemaligen Arbeitgeber: "Ein großes Denkschön an Givenchy, LVMH, mein unglaubliches Team, das magische Atelier und alle, die diese 93 Kollektionen und all die anderen verrückten Abenteuer möglich gemacht haben."

          Riccardo Tisci wurde im süditalienischen Taranto geboren, verließ seine Heimat jedoch um an der Kunst- und Designhochschule Central Saint Martins in London zu studieren, wo er 1999 seinen Abschluss machte. Zurück in Italien arbeitete er für einige italienische Labels und präsentierte dann im September 2004 in Mailand eine eigene Kollektion für die folgende Herbst-Winter-Saison, die für Aufmerksamkeit sorgte und ihm ein Angebot als Creative Director bei Givenchy einbrachte.

          Im Frühjahr 2005 begann er für das französische Traditionshaus zu arbeiten. Dessen Gründer war für die Erfindung des Kleinen Schwarzen in "Frühstück bei Tiffany's" bekannt und hatte über seine Muse Audrey Hepburn eine langjährige Zusammenarbeit mit Hollywood etabliert. "Ich mag Kleider, die fast schon auf den Körper gemalt sind", sagte Tisci 2012 in einem Interview mit der Vogue. Zu Fans seiner Mode gehörten Madonna, Beyoncé und Kim Kardashian West, deren Hochzeitskleid er auch entwarf.

          Bei der Pariser Modewoche im März werde Givenchy keine Runway-Show präsentieren, schreibt das Branchenblatt "Women's Wear Daily". Zudem heißt es dort, der Fortgang Tiscis sei aufgrund von Vertragsvereinbarungen und im gegenseitigen Wohlwollen erfolgt. Und man spekuliert schon auf den nächsten Arbeitgeber: Versace.

          Weitere Themen

          Die große Show

          Lagerfelds Modenschauen : Die große Show

          Karl Lagerfeld baute Chanel-Schauen zu Gesamtkunstwerken aus. Möglich machten es Luxusboom, Eventisierung, Instagram-Marketing und sein Gespür. Und nun suchen alle die besten Locations.

          Ein Einblick in die Berliner Clubszene Video-Seite öffnen

          „Wie eine Droge“ : Ein Einblick in die Berliner Clubszene

          Freiraum und Kreativität sind Berlins Markenzeichen. Das zieht Künstler, Musiker und Clubpublikum aus der ganzen Welt an. Doch die Szene ist im Wandel. Der angesagte Club Griessmuehle und Techno-DJ DVS1 versuchen, die Clubkultur zu retten.

          Topmeldungen

          Ruinerwold in Aufruhr : Polizei nimmt auch Vater der isolierten Familie fest

          Fassungslos reagieren die Einwohner des niederländischen Dorfes Ruinerwold auf die mutmaßliche Freiheitsberaubung einer ganzen Familie zu der immer mehr Details ans Licht kommen. Nun hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen verhaftet.
          Boris Johnson am Donnerstag in Brüssel.

          Brexit-Streit : Noch viel Überzeugungsarbeit für Boris Johnson

          Mit den EU-Partnern hat sich Großbritanniens Regierungschef auf eine neuen Entwurf des Brexit-Vertrags geeinigt. Doch im britischen Unterhaus muss Boris Johnson weiter um jede Stimme dafür kämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.