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Erinnerungen an Modeschöpfer : Meine Momente mit Karl

Karl Lagerfeld 2001 in Paris Bild: Helmut Fricke

Unser Autor hat Karl Lagerfeld, der vergangenen Dienstag gestorben ist, oft getroffen. Hier erinnert er sich an denkwürdige Begegnungen mit dem genialen Illusionskünstler.

          6 Min.

          Im Februar 2000 bei Fendi in Mailand. Die Show war vorbei, unendlich viele Menschen drängelten sich um ihn, und ich wartete 20, 25, 30 Minuten, bis ich langsam an der Reihe war zu einem meiner ersten Interviews mit ihm. Weil ihn irgendjemand im Gedränge anstieß (ich war es nicht!), schüttete er sich sein Glas Cola (damals noch nicht light) über den Ärmel. Ich reichte ihm schnell ein Tempo und nutzte die Gelegenheit: „Darf ich Sie auch noch was fragen?“ Er: „Hatte mir schon gedacht, dass Sie mir das Taschentuch nicht einfach so gegeben haben.“ Im Gespräch sagte er zu seiner Kollektion: „Ich spiele mit Farben wie Kinder mit Spielzeug.“ Da war mir endgültig klar, dass er ein toller Interviewpartner ist, schnell und originell, straight und klar, immer für gute Zitate zu haben. Eines seiner Erfolgsrezepte: Er lieferte nicht nur Tweed-, sondern auch Erzählstoffe.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Für die Salons des 18. Jahrhunderts wäre er eine Idealbesetzung gewesen. Wortspiele waren sein Ding, in Pointen war er der Meister. Für das „Alphabet“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragte ich ihn 2007 zu 26 Wörtern von A wie Armani bis Z wie Zukunft aus. Wir spazierten durchs Grand Palais, und er ratterte die Antworten so schnell herunter, dass das Tonband kaum mitkam. Jedes Wort ein Treffer, jeder Satz eine Sentenz. Deutschland? „Ein Land, gegen das ich nichts habe.“

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