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Kaia Gerber : Fast wie die Mutter

  • -Aktualisiert am

Kaia Gerber vereint den alten Glamour, für den ihre Mutter stand, und jugendliche Frische. Bild: Ian Schemper

Cindy Crawfords Tochter Kaia Gerber ist das Model-Gesicht der Stunde. Und wie ist sie wirklich? Ein kurzes Treffen in Berlin.

          Eine Stunde, vier Gesprächsrunden, an die 100 Journalisten – mehr Zeit gibt der Terminkalender von Kaia Gerber nicht her, denn die Tochter von Supermodel Cindy Crawford ist das Gesicht der Stunde, seit sie im vergangenen September ihr Laufstegdebüt gab. Sie lief in New York und Paris für dutzende Modehäuser, ist das Kampagnen-Gesicht von Marken wie Chanel und Marc Jacobs, zierte schon in ihrer ersten Saison das Cover der „Vogue“ und zählt nach kaum einem Jahr auf dem internationalen Moderadar über drei Millionen Follower auf Instagram. 

          An diesem Mittwochabend ist sie für den Launch der neuen Damenlinie „Trésor“ des Schweizer Uhrenherstellers Omega angereist, der stilgemäß in einer goldenen Märchenwald-Kulisse vor Rohbeton im ehemaligen Club Tresor im Kraftwerk Berlin gefeiert wurde. Fast schon ironisch, denn Gerber hat zwar eine große Zukunft vor sich, aber genau das, worum es hier geht, Zeit nämlich, die hat sie nicht. 

          Nichtsdestotrotz soll sie der Uhrenmarke neuen Glanz verleihen. Gerber vereint den alten Glamour, für den ihre Mutter stand, und jugendliche Frische. Genau diese Balance von Tradition und Jugend  ist das große Potenzial von Gerber und prominenten Sprösslingen wie Lily-Rose Depp, Gigi und Bella Hadid, Brooklyn und Romeo Beckham oder Kendall Jenner, die derzeit die Modeindustrie prägen.  

          Ihre Mutter ist Cindy Crawford, das Supermodel von einst; die Ähnlichkeit ist verblüffend. Bilderstrecke

          „Ich bin Kaia“, sagt sie bei ihrer ersten Interviewrunde, als wüsste nicht ohnehin jeder, wer sie ist, und wirkt mit ihren sechzehn Jahren als hätte sie nicht nur das makellose Aussehen ihrer Mutter geerbt, sondern Jahrzehnte an Berufserfahrung und anstandslose Manieren gleich mit. Keine Spur von Allüren. Das junge Mädchen ist professioneller als eine Marketing-Maschinerie eines Großkonzerns, gibt sich höflich bodenständig und hat die Kunst werbetauglicher, generischer Nicht-Antworten verinnerlicht. 

          Sie sei dankbar für die Möglichkeiten, die das Modeln mit sich bringt, bewundere ihre Mutter und Karlie Kloss, folge ihrem Bruder Presley Gerber (ebenfalls Model) auf Instagram, um zu wissen, was er macht, verbringe gerne Zeit mit ihrer Familie und genießt ihre knappe Freizeit, erzählt sie. Und wirkt dabei so nonchalant, dass sie Menschen mit Oberflächenneurose zur Weißglut treiben würde, und es dennoch schwer fällt, sich nicht von ihr verzaubern zu lassen. 

          Die Souveränität mit der Kaia Gerber ihre Model-Karriere seit der ersten Minute an beschreitet, ist ihrer Mutter Cindy Crawford gedankt, die ihre Kinder nicht nur perfekt geschult hat, sondern als etablierte Mode-Gigantin schützend über sie wacht. Auch wenn es um die Arbeitgeber geht, ist das eine Familienangelegenheit: Kunden wie Calvin Klein, Chanel, Versace oder Omega hat Gerber quasi von Crawford geerbt, fast könnte man sagen, sie sei Supermodel von Mutters Gnaden. 

          Und was kommt für Kaia Gerber nach dem Modeln? „Ich weiß nicht mal, was ich morgen mache. Die wenigsten Sechzehnjährigen wissen, was sie mit ihrem Leben machen wollen. Momentan genieße ich meine Arbeit, und so lange das so ist, werde ich weiter modeln“.

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