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Spezialisierung auf eine einzige gute Idee: Junge Labels, wie Rimowa, Mykita oder Philipp Bree sind gerade dabei, Nischen zu füllen. Bild: Helmut Fricke

Junge Labels : Besser gleich ab zum Spezialisten

Junge, innovative Labels werden momentan mehr und mehr zu Spezialisten. Sie halten sich bewusst klein und füllen Nischen aus. Das ist eine Entwicklung, die einem als Kunde nur recht sein kann.

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          Mit der Mode geht es gerade in eine Richtung, die einem als Kunde recht sein kann. Wenn früher große Marken nur noch größer wurden, indem sie einfach alles anboten, was Luxus sein könnte, also Parfums, Koffer, Wintermäntel, Sommersandalen, Hosenanzüge und Abendkleider, das ganze unter ein und demselben Namen, halten sich junge Labels nun bewusst klein. Sie werden stattdessen zu Spezialisten und füllen am liebsten Nischen aus. Alanui aus Mailand zum Beispiel fertigt nichts außer indianisch inspirierten Strickjacken. Galvan aus London ist vier Jahre alt und trotzdem schon Experte in Sachen Abendbekleidung. Staud aus Los Angeles arbeitet alte Stoffe zu einer kleinen Prêt-à-porter-Kollektion neu auf. Und in Berlin geht es weiter: In Sachen Sonnenbrillen zum Beispiel kann man schon seit 2003 auf die Modelle von Mykita vertrauen. Oder auf die dicken Strickteile von Maiami, die minimalistischen Blusen von Hien Le, die Abendkleider von Dawid Tomaszewski.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer dafür Geld ausgibt, muss nicht mit Lizenzprodukten Vorlieb nehmen. Er kann sich sicher sein, dass das ganze Know-how eines Designers in diesem einen Teil steckt. Man könnte es fast eine japanische Herangehensweise an die Arbeit nennen. Auch ein Udon-Nudelkoch wird niemals zum Sushi-Meister. Oder umgekehrt.

          In Deutschland hat hingegen Philipp Bree aus Hannover als Spross der gleichnamigen Ledermarke schon sein Leben lang mit Handtaschen zu tun. Also fertigt er nun, unter dem Namen PB0110, hervorragend verarbeitete Handtaschen. Und Rimowa wird auch Spezialist in Sachen haltbare Koffer bleiben, obwohl die Kölner Familie das Unternehmen an LVMH verkauft hat.

          Bei der Spezialisierung auf eine einzige gute Idee hilft natürlich auch die vergrößerte Aufmerksamkeit über die sozialen Medien. Im Zweifel ist die eine kleine Idee ein großes optisches und inhaltliches Argument, sich der bislang unbekannten und unerkannten Marke mal zuzuwenden. An Menge mangelt es nicht gerade in der Mode. Aber für einzigartige Kleinigkeiten ist sogar noch in Zeiten übererfüllter Träume Platz.

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