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Nachhaltigkeit und Transparenz : Mode wird tragbar

Hund-Hund-Gründer Rohan Hoole und Isabel Kücke in ihrem Studio in Berlin. Bild: Matthias Lüdecke

Die Modeindustrie gilt als großer Umweltsünder. Junge Labels wollen es besser machen. Ein Berliner Unternehmen wirbt mit maximaler Transparenz. Damit ist es nicht allein.

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          Beim Berliner Modelabel Hund Hund soll bloß keiner auf die Idee kommen, hier werde irgendetwas verheimlicht. Ganz im Gegenteil, Firmengründer Isabel Kücke und Rohan Hoole lassen sich nur allzu gerne in die Karten schauen: 10,88 Euro der Stoff, 13,80 Euro die Absteppung, 2,07 Euro das Fotoshooting; mit Steuern, Hardware und Marketing stehen für die Bluse „Uma“ am Ende Gesamtkosten von 50,49 Euro zu Buche. Der Verkaufspreis liegt bei 99 Euro. Das alles ist zu lesen im Online-Shop des Labels. Produziert werden die Stücke in Portugal, Polen, Litauen und Rumänien, damit keine allzu langen Wege anfallen, wie Kücke und Hoole betonen. Zudem arbeite man nur mit kleinen Fabriken, wo ordentliche Arbeitsbedingungen herrschten, und schaue auch persönlich immer wieder vorbei.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Fair produzierte und nachhaltige Mode hatte einst ein angestaubtes Image. Von gestrickten Socken und schlecht sitzenden bunten Wollpullis ist die Branche aber mittlerweile weit entfernt. Wer nach grünen Textilien sucht, hat heute mehr Auswahl denn je. In den vergangenen Jahren entstanden immer mehr Modelabels, die fair produzieren und die Umwelt schonen wollen. Während die einen auf einen Stoff setzen, für dessen Herstellung erheblich weniger Wasser als üblich verbraucht wird, fertigen die anderen ihre Stücke aus Bio-Baumwolle und upgecycelter, also wiederverwendeter Bettwäsche. „Radikale Transparenz“, wie Hoole und Kücke das Konzept ihres 2016 gegründeten Labels nennen, versprechen auch andere Hersteller. Die amerikanische Marke Everlane gibt sich schon länger so offen, seit kurzem tun es auch die Schweden von Asket. Jan’n June aus Hamburg informiert derweil teils bis auf die Koordinaten genau, wo welcher Arbeitsschritt erledigt wurde. Die Kunden sollen wissen, woher ihre Mode kommt und wie sie produziert wird.

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