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Stilikone Alexandra Golovanoff : „Nicht perfekt zu sein, macht es charmant“

  • -Aktualisiert am

Das „Je ne sais quoi“ der Parisienne ist ein Savoir-faire: Alexandra Golovanoff trägt nur im Fernsehen Make-up, nicht zu Hause. Ihre Hautcreme ist von Augustinus Bader, einem Deutschen. Incroyable! Bild: Foto: Jork Weismann, Produktion: Lisa Arbellot

Wie ist sie zum Schönheitssymbol geworden? Und was machen Pariserinnen anders? Die Journalistin und Moderatorin Alexandra Golovanoff über die Arbeit am lässigen Stil.

          Die Schönheit war schon früh ein Thema für sie. „Als ich 17 Jahre alt war“, erzählt Alexandra Golovanoff, „habe ich die erste Gesichtsbehandlung meines Lebens vornehmen lassen.“ Dafür ging sie mit dem Geld, das sie eigens dafür gespart hatte, in einen Schönheitssalon hier in Paris, also in ein „institut de beauté“, das sie schlicht „institut“ nennt, als wäre es ein Institut an einer Universität.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Die Siebzehnjährige saß nun dort im Sessel, die Angestellte richtete das Licht auf ihr Gesicht – und war entsetzt. „Wenn du mal 40 Jahre alt bist, wirst du mit dieser Haut schrecklich aussehen“, sagte sie, und Alexandra fragte verdattert: „Aber warum?“ Die Beauty-Fachfrau urteilte: „Deine Haut ist so dünn und so trocken. Wenn du nichts dagegen machst, siehst du dann aus wie ein alter Apfel.“

          Von dem Tag an, sagt Alexandra Golovanoff, noch immer halb erschüttert, aber inzwischen immerhin auch halb belustigt, hat sie sich um ihre Haut gekümmert, oder, wie sie es mit einer netten Metapher ausdrückt: „um meine Verpackung“.

          Hat es gewirkt? Oder kann sie vielleicht ohnehin nichts falsch machen? Denn diese Frau, eine typische Pariserin mit der ortsüblichen kleinen Verspätung, sieht auch jenseits der 40 umwerfend aus: mit kontrolliert verwuschelten blonden Haaren, hohen Wangenknochen dank osteuropäischem Hintergrund und einem lässigen Look, wie ihn offenbar nur Pariserinnen so richtig beherrschen.

          Kein Wunder, dass die Journalistin und Moderatorin auch zu einem Street-Style-Star geworden ist. Und das wiederum hat Folgen: Ihre Bekanntheit hat zu Werbeverträgen geführt und zu einer eigenen Modelinie. So findet das Interview in ihrem Showroom in Paris statt, in dem auf zwei Stockwerken die bunten Kaschmirpullover von „Alexandra Golovanoff – tricots parisienne“ auf Ständern hängen.

          Alles in Einem

          Mit einem solchen Aussehen kommt man auf rote Teppiche, in die erste Reihe, zu Ausstellungseröffnungen und auf Filmpremieren. Aber Moderatorin, Journalistin, Instagram-Star, Street-Style-Figur, Werbebotschafterin (für die Kosmetikmarke Lierac), Modemacherin und Mutter gleichzeitig zu sein – dazu braucht es mehr. Alexandra Golovanoff ist auch schlagfertig, witzig, freundlich, schnell, organisationsstark. Und sie kennt die Geheimnisse der Äußerlichkeiten, die subtilen Botschaften der Oberfläche, die sich dem ungeübten Auge nicht erschließen.

          Das Shooting für diesen Artikel findet bei ihr zu Hause statt, in ihrer Wohnung gleich an der Place Saint-Sulpice in Saint-Germain-des-Prés. „Ich mag es eigentlich nicht, dass bei mir zu Hause Aufnahmen gemacht werden“, sagt sie. Denn wer einmal die Tür zur Privatheit öffnet, darf sich nicht wundern, wenn Boulevardjournalisten das als Einladung verstehen. „Aber für euch mache ich eine Ausnahme.“ Weil sie den Fotografen, die Stylistin und das Magazin so mag. „Und es wird ja nicht in Frankreich gedruckt“, sagt sie lachend. Wir danken es ihr mit einem einzigen Foto, auf dem man nicht erkennt, wo und wie sie wohnt – auf dem man einfach nur sie sieht, entspannt auf der Couch.

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