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Schmerzende High Heels : Nie wieder Wechselschuhe mitnehmen

  • -Aktualisiert am

Die Höhe: Die Trumps am Dienstag in ihren Outfits für Regen. Bild: dpa

Melania Trump reiste in dieser Woche auf High Heels nach Texas und wechselte unterwegs in Turnschuhe. Ein Münchner Label hat eine bessere Lösung. Wie sieht die aus?

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          Der Satz, mit dem alles begann, fiel ganz beiläufig. Vor fünf Jahren schmerzten die Füße von Christian Hubers Freundin, nachdem sie einen ganzen Abend auf hohen Absätzen verbracht hatte. „Da müsste echt mal jemand was erfinden. Absätze, die man einfach vom Schuh abnehmen kann, zum Beispiel“, sagte sie – und gab damit den Startschuss zu einer Geschäftsidee: In seinem Maschinenbau-Studium stand sowieso gerade ein Projekt an, also setzte Huber sich an den Computer, recherchierte, maß und tüftelte. So lange, bis er eine Sohle entworfen hatte, an die sich Absätze in verschiedenen Höhen anbringen lassen und die dabei die ergonomische Form wahrt.

          Das Uni-Projekt war abgeschlossen, doch die Idee eines Schuhs, der Frauen eine Alternative zum Paar Wechselschuhe in der Handtasche, zum Ausharren auf schwindelerregend hohen Hacken und zum ausführlichen Verarzten der Füße am Morgen danach bietet, ließ Huber nicht los. Gemeinsam mit einem Freund, dem damaligen BWL-Studenten Oliver Barth, verglich er seinen Entwurf mit Schuhen von Firmen wie Allegory Paris und Tanya Heath, an die sich ebenfalls verschiedene Absätze anbringen lassen, analysierte Zielgruppen und den Markt. Schließlich war beiden klar: Ihre Idee hat Potential.

          Nach wie vor verführerisch

          „Es gibt Schuhe mit austauschbaren Absätzen, aber keiner der anderen Anbieter ist im Besitz einer patentierten Sohlentechnologie. Wenn die Sohle und die Leiste eines Schuhs nicht flexibel sind und sich auch in verschiedenen Winkeln der Form des Fußes anpassen, hat man nur einen sehr kleinen Spielraum bei der Höhe der Absätze. Mit unserem Modell hingegen kann sie zwischen 2,5 und 11 Zentimetern variieren“, erklärt Tim Haas. Gemeinsam mit Alexander Ostrovski, Huber und Barth macht er das Gründerteam von Mime et Moi komplett. So heißt das 2013 gegründete Label, mit dem die vier Männer von München aus Liebhaberinnen von High Heels und Pragmatismus begeistern. „Wir haben uns damals überlegt, was eigentlich mit einer Frau passiert, wenn sie Schuhe mit hohen Absätzen anzieht“, meint Haas: „Alles an ihr ändert sich, ihre Haltung, ihre Körpersprache und auch ihre Mimik. So entstand der Name unserer Firma.“

          Derzeit sind zwar bequeme Sneaker und Ballerinas auf dem Vormarsch, aber hohe Absätze gelten nach wie vor als verführerisch. Man muss nicht Melania Trump heißen, um sie zu schätzen. Andererseits schafft es, wie in dieser Woche, wohl nur die aktuelle First Lady, spitze Pumps selbst für den Weg ins Katastrophengebiet von Texas zu tragen. Die Absatzhöhe lag bei gut und gerne zwölf Zentimetern.

          Inspiration aus der Antike

          Solche extrem hohen Schuhe trug damals schon Katharina von Medici 1533 in Paris zur Hochzeit mit dem späteren König Heinrich II. Damals waren die Modelle eigentlich Teil der Männermode. Schließlich hatte die optisch eher unscheinbare Katharina in Diana von Poitiers, der Lieblingsmätresse ihres zukünftigen Gatten, eine hochgewachsene Rivalin. Ihre Schuhe gelten als Vorreiter der modernen High Heels. Ein gutes Jahrhundert zuvor trugen adlige Damen in Spanien sogenannte Chopines. Diese in der Form flachen Schuhe erreichten durch aufwendig verzierte Plateausohlen aus Kork schwindelerregende Höhen von bis zu unglaublichen 74 Zentimetern. Italienische Schuhmacher setzten auf Sohlen aus Holz.

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