https://www.faz.net/-hrx-81k3a

Herrenmode : Eine kleine Revolution

  • -Aktualisiert am

Bomberjacken in allen Variationen

Baggy Pants? „Wer hat’s erfunden?“, scheint Olivier Rousteing uns zu fragen. Bereits für die aktuelle Balmain-Sommerkampagne engagierte er den Rapper Kanye West als Testimonial. Und jetzt, für den nächsten Winter, legt er nach: Mit seiner Luxus-Skater-Kollektion beweist Rousteing, dass Hip-Hop-Kultur nicht nur für Streetwear inspirierend ist. Endlich Rap statt Rock! High-Fashion und Hip-Hop, das ist wie Kim und Kanye - das neue Traumpaar der Mode.

Die elitären Pariser Modehäuser lieben die Streetwear, das zeigen auch all die Bomberjacken. Es gibt sie für den kommenden Winter in allen Kollektionen - von A wie Acne bis Y wie Y3 - und in allen Variationen, mit winzigem Strick-Lünettenkragen oder mit riesiger shearlinggefütterter und fuchsbesetzter Kapuze; Bomberjacken zum Mantel verlängert (Kenzo) oder zum Sakko tailliert (Juun.J). Bomberjacken überall. Auch pars pro toto: die typischen zusammengezogenen Nähte auf klassischen Anzügen (Kris van Assche) und an Hosen (Kenzo), die typische Reißertasche auf dem linken Oberarm (Hermès). „Khaki is the new black“, hatte Juun.J für die Saison prophezeit. Aber auch die Signalfarbe des Bomberjackenfutters zieht sich als orangeroter Faden durch die Kollektionen (Kenzo, Boris Bidjan Saberi, Givenchy, Balmain, Ann Demeulemeester). Fliegerzubehör wird auch angeboten: Fliegermützen (Y3), Pilotenoveralls (Kenzo, Y3), Druckanzugschnürungen (Lanvin), Springerstiefel (Kenzo). Die schmalste Bomberjacke gibt es selbstverständlich bei Saint Laurent. Aber „schmale Bomberjacke“, das ist jetzt wirklich wie „runde Ecke“. Denn Bomberjackenträger sind natürlich Michelin-Männchen-Machos.

Rick Owens rahmt Penisse, weil er es kann

Die fettesten Bomberjacken gibt es bei Juun.J. Überhaupt wirkt seine Kollektion wie eine Karikatur des Trends. Kein anderer Designer bringt es so auf den Punkt: die bulligen Bomberjacken, die großen Militärmäntel, die weiten, geraden Hosen, das Layering, die ironischen Nadelstreifen, der chinesische Einfluss, der Military-Einfluss, der Workwear-Einfluss, der Hip-Hop-Einfluss, die Verschmelzung von Streetwear und High Fashion. Juun.J fasst das alles so ausgereift zusammen, als wäre seine Kollektion erst im Nachhinein entstanden, als Essenz der Saison. Ist sie aber nicht. Juun.J ist seiner Zeit voraus. Was der Designer aus Seoul in Paris zeigt, ist die Zukunft der Männermode. Sein Look ist nicht aufgesetzt jugendlich, sondern wirklich jung. Er ist mehr als modisch, er ist wegweisend. Juun.J ist die Entdeckung der Saison.

Weitere Themen

Eine Jacke und mehr für Mädchenbildung

F.A.Z. versteigert Kleid : Eine Jacke und mehr für Mädchenbildung

Taschen von Gisele, Jacken von Gigi: Toni Garrn sammelt bei ihren Model-Freundinnen Kleider – und versteigert sie zugunsten der Mädchenbildung in vier afrikanischen Ländern. Für ein Kleid, das Garrn in unserem Magazin getragen hat, können Sie am Dienstag mitbieten.

Zwischen uns passt kein Salatblatt

Beziehungskolumne : Zwischen uns passt kein Salatblatt

Gemeinsames Kochen bereichert die Beziehung. Wenn man selbst den Braten schätzt, die Freundin lieber fleischlos isst, ist das noch kein Problem. Doch was, wenn der eigene Salat plötzlich als „wenig elaboriert“ gilt? Die Beziehungskolumne „Ich. Du. Er. Sie. Es.“

Topmeldungen

Notstand ausgerufen : In Venedig wächst die Wut

Mehr als 80 Prozent der Stadt stehen zwischenzeitlich unter Wasser, die Bewohner sind entsetzt – und sauer auf die Politik: Diese gibt zwar jetzt Millionen Soforthilfe, habe beim Hochwasserschutz aber komplett versagt und stattdessen rücksichtslos den Tourismus gefördert.

Altmunition im Meer : Sprengstoff im Fisch

1,6 Millionen Tonnen Munitions- und Sprengstoffreste werden in der deutschen Nord- und Ostsee vermutet. Sie lösen sich langsam auf – und belasten schon jetzt stellenweise Tiere und Pflanzen.
Der Stoff, aus dem sich viel mehr als eine leckere Suppe kochen lässt: Hokkaido-Kürbis

Leckeres aus Kürbis kochen : Hitze tut ihm richtig gut

Die Kürbissaison ist auf ihrem Höhepunkt angelangt. Aber was anstellen mit den Riesenbeeren? Köche sagen: in den Ofen schieben. Wir stellen ein Rezept von Johann Lafer vor und eines, das auf Paul Bocuse zurückgeht.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.