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Hemden-Marktführer Olymp : Zu Weihnachten darf es etwas wertiger sein

„Ein bügelfreies Hemd macht das Leben leichter“: Geschäftsführer Mark Bezner. Bild: dpa

Das Hemd ist als Geschenk zum Fest äußerst beliebt – daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein Besuch beim Hemdenhersteller Olymp.

          Mark Bezner verkauft, was Millionen von Männern unterm Weihnachtsbaum finden werden – und ist sehr zufrieden damit: „Das Hemd ist immer noch eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke“, stellt er fest. Der Hemdenspezialist Olymp Bezner GmbH & Co. KG, den er als geschäftsführender Gesellschafter in dritter Generation leitet, profitiert davon, dass sich an diesem uralten Trend nichts geändert hat. Das gilt gerade auch, weil Olymp-Hemden nicht die billigsten sind. „Zu Weihnachten darf es etwas wertiger sein“, ist das Resümee, das Bezner zieht, nachdem er sich in den vergangenen Tagen noch einmal mit wichtigen Händlern über die aktuellen Konsumtrends unterhalten hat.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Von „Verwöhnen mit Produktvorteilen“ spricht Bezner: „Ein bügelfreies Luxor-Hemd macht das Leben des Beschenkten einfacher.“ Was durchaus auch schon nachgefragt werde, sei der Look des nächsten Frühjahrs: Hemden in frischeren und freundlicheren Tönen als im Herbst und immer noch die sogenannten Lucky Shirts, die durch bunte Details an Krägen, Manschetten und Knopfleiste die Blicke auf sich ziehen. Echte Luxushemden hat Olymp freilich nicht im Angebot und plant dies auch nicht. Das teuerste Stück ist derzeit ein Freizeithemd zu 79 Euro aus Baumwolle mit Cashmere-Beimischung. Der Umsatzschwerpunkt liegt seinen Angaben zufolge bei Preisen von 49 und 59 Euro.

          Die absolute Hochsaison im Hemdenverkauf ist jetzt, Mitte Dezember. Auf den letzten Euro genau kann Mark Bezner daher die Erlöse dieses Jahres noch nicht nennen, aber er ist sich sicher: „Ein Umsatzplus von 7 bis 8 Prozent werden wir auf jeden Fall erreicht haben.“ Das wäre dann ein Umsatz von 200 bis 202 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr war Olymp nur um knapp 5 Prozent gewachsen.

          Vor allem mit dem Heimatmarkt Deutschland ist Bezner zufrieden. „Jeder Zweite kennt unsere Marke inzwischen“, sagt er. Neben der klassischen Print-Werbung sei auch die Präsenz in allen wichtigen Bekleidungsgeschäften wirksam - immerhin 1600 in ganz Deutschland. Verstärkt werde die Wirkung durch die eigenen Geschäfte in Einkaufszentren. Das 50. eigene Geschäft, das Olymp im November eröffnet hat, markiert zugleich schon den nächsten Entwicklungsschritt, weil es als einzelnes Geschäft, außerhalb von Einkaufszentren, um seine Kundschaft buhlen muss. Es sei ihm mulmig gewesen, berichtet Mark Bezner über diese Investition, doch nach den ersten Wochen sei er sicher, dass die Marke mittlerweile stark genug ist. „Wir trauen uns jetzt auch in die Fußgängerzonen.“

          Ein Selbstläufer ist das Wachstum gleichwohl nicht, das ist dem Olymp-Chef bewusst. Ein Dämpfer in der Konjunktur wirke sich zuallererst immer in den Restaurantbesuchen aus und sehr schnell auch bei Bekleidung, weiß der 50 Jahre alte Unternehmer. Aus dem Koalitionsvertrag sehe er in dieser Hinsicht zwar keine unmittelbare Gefahr, doch Bezner mahnt: „Bei dem Rekord-Steueraufkommen sollte Deutschland endlich einmal ernsthaft anfangen zu sparen.“ Die Staatsschuldenkrise hat durchaus den Export von Olymp in einige Länder gebremst. „In Frankreich schlagen die Konjunktursorgen mittlerweile auf den Konsum durch“, berichtet Bezner, und auch in den Niederlanden, dem bis 2012 wichtigsten Auslandsmarkt für Olymp werde das Geschäft immer schwieriger.

          Zum wichtigsten Exportmarkt ist mittlerweile Russland geworden, wo in diesem Jahr ein deutlich zweistelliges Plus eingefahren wird. „Die Russen mögen deutsche Bekleidung“, erzählt Bezner. „Allerdings ist das ein enorm volatiler Markt.“ Auf kräftiges Wachstum ist das neue Logistikzentrum ausgelegt, die Olymp für 40 Millionen Euro am Stammsitz in Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart errichten ließ - das größte automatische Hemdenlager der Welt. Die Belegschaft wurde binnen Jahresfrist von 564 auf 613 Mitarbeiter vergrößert. Hergestellt werden die Olymp-Hemden beinahe ausschließlich von Zulieferbetrieben in Asien.

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