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Heiko Maas’ Lederjacke : „Eigentlich sehe ich immer so aus“

„Eigentlich sehe ich immer so aus“, sagt Heiko Maas nach der Pressekonferenz über sein Outfit. Bild: EPA

Der Außenminister Heiko Maas tritt vor die Presse und trägt dabei Lederjacke und Sneaker. Auf Twitter wird er zum Meme. Dabei hat er Social Media verstanden.

          Es war Sonntagnachmittag, Außenminister Heiko Maas trat vor die Presse. An sich nichts ungewöhnliches, doch er trug dabei Lederjacke, schwarzen Schal und Sneaker und auf Twitter waren die Nutzer in den nächsten 24 Stunden damit beschäftigt, hysterisch im Kreis zu laufen und sich über die Frage zu streiten: Darf ein Minister das?

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Man sollte zwar annehmen, dass Joschka Fischer diese Frage bei seiner Vereidigung 1985 ein für alle Mal geklärt hat, als er in weißen Sneakern, die damals noch Turnschuhe genannt wurden, im Wiesbadener Landtag erschien. Doch auch nach mehr als drei Jahrzehnten scheint man einem Minister im Casual-Outfit ambivalent gegenüber zu stehen.

          Da wird zum einen nahegelegt, dass die Lederjacke zwar schon in Ordnung ist, aber noch lange nicht cool genug.

          Da werden die üblichen platten Berlin-Witze gerissen:

          Oder unterstellt, dass ein solches Outfit nur etwas für Jugendliche ist, nicht jedoch für einen Mann über 50 (um schön im Klischee zu bleiben, argwöhnt der Nutzer gleich noch, dass nur eine Frau auf die Idee mit der Lederjacke gekommen sein könnte - logisch ist das selbst für Klischeeliebhaber nicht, denn um mal in diesem Weltbild zu bleiben: Haben da nicht die Frauen das Stilgefühl gepachtet?):

          Zu zahlreichen Pointen inspirierte das Bild die Komikerin und Autorin Sophie Passmann.

          Treffend auf den Punkt brachte die Twitter-Diskussion am Ende Titanic-Autor Cornelius W.M. Oettle:

          Mit den Stimmgewinnen der AfD bei Landtagswahlen ist fraglich, ob eine Diskussion über Lederjacken und Sneaker tatsächlich angebracht ist oder ob es nicht viel mehr um die Inhalte der Politik eines Ministers gehen sollte. Dass Maas Social Media verstanden hat, zeigte er kurz nach seinem Lederjackenauftritt. Auf seinem Instagram-Account beantwortete er – nun wieder im Anzug – zahlreiche Fragen zu seiner Arbeit, darunter auch eine, die danach fragte, woher er die Lederjacke habe. Maas unterstrich seine Street-Credibility selbstironisch: „Entscheidend ist doch nicht woher, sondern dass ich eine habe. Eigentlich sehe ich immer so aus. Verkleidet bin ich eher als Minister.“

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