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Herrenmodemesse Florenz : Die Krise der Krawatte

Die Krawatte scheint aus der Mode zu geraten – einige Männer bleiben jedoch hartnäckig. Bild: Helmut Fricke

Sogar auf der Herrenmodemesse in Florenz findet man kaum noch Krawatten. Hat das Anhängsel noch eine Zukunft? Einige Männer glauben fest daran.

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          Nur die Parkwächter tragen noch Krawatte. Im Giardino di Valfonda in Florenz ­passen die drei Herren auf, dass ­niemand falsch parkt, Lieferungen bei der Messe­gesellschaft ankommen und alles korrekt abläuft. Die schwarzen Krawatten auf weißem Hemd sollen ihnen Autorität ver­leihen. Aber was, wenn die Krawatte nicht einmal bis zum Bauchnabel reicht? Wenn sie die kritische Masse an Bauchfett umspielt, als wollte sie sich einen schlechten Scherz mit ihrem Träger machen?

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Werbeträger sind die drei nicht, eher Symbolfiguren für die Krise der Krawatte. Die Menschen, die durch den Park zur Herrenmodemesse Pitti Uomo eilen, vorbei an den drei zweifelhaften Autoritäten, haben sie längst abgelegt. Etwa zwei Prozent der Männer, so ergibt eine grobe Zählung zwischen neun und zehn Uhr am zweiten Messetag, tragen noch Krawatte zum Anzug. Die meisten tragen nicht einmal mehr Anzug. Und dann braucht man natürlich auch keine Krawatte.

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