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Modemarkt : Gucci will mit einer anderen Führung in Mode kommen

Auch privat ein Paar: Geschäftsführer Patrizio di Marco und Creative Director Frida Giannini Bild: AFP

Die italienische Modemarke Gucci wechselt ihre Führungsspitze aus: Geschäftsführer Patrizio di Marco und Creative Director Frida Giannini müssen gehen. Die modische Relevanz der Marke konnte unter dem Paar nicht an die großen Jahren anschließen.

          Bei Gucci brechen neue Zeiten an. Die italienische Modemarke, die zum Luxuskonzern Kering gehört, wechselt ihre Führungsspitze aus. Geschäftsführer Patrizio di Marco hört zum Ende des Jahres auf, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Frida Giannini, seit zwölf Jahren bei der Florentiner Marke und seit 2006 „Creative Director“, wird nach der Modenschau am 25. Februar in Mailand mit der Herbst-Winter-Kollektion die Zusammenarbeit beenden. Geschäftsführer wird zum 1. Januar Marco Bizzarri, der im Kering-Konzern bis zum April fünf Jahre lang Bottega Veneta leitete. Über einen neuen Designer wird erst nach dem letzten Auftritt Gianninis auf dem Laufsteg informiert.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Gemeinsam mit Giannini, seit einer Reise zur Eröffnung eines Gucci-Geschäfts in Schanghai im Jahr 2009 auch seine Lebensgefährtin, hatte di Marco versucht, die Marke mit profitablen Lederwaren in der Spitze der Luxusbranche anzusiedeln. Das ist den beiden, die seit März 2013 Eltern einer Tochter sind, auch gelungen. Im vergangenen Jahr war der Gucci-Umsatz aber leicht auf 3,56 Milliarden Euro gesunken. Auch die öffentliche Aufmerksamkeit und die modische Relevanz der Marke konnten nicht mehr an die großen Jahre unter Tom Ford und Domenico De Sole (1994 bis 2004) anschließen.

          Weil Gucci für zwei Drittel des operativen Gewinns des Konzerns steht, zu dem auch Saint Laurent, Stella McCartney, Balenciaga, Bottega Veneta und Puma gehören, muss der Kering-Vorstandsvorsitzende François-Henri Pinault neuen Schwung hineinbringen. Dafür wählte er Bizzarri aus, einen seiner engsten Vertrauten, den er erst im April zum CEO aller Kering-Luxusmarken gemacht hatte. Bizzarri kennt Gucci aus den Vorstandssitzungen in Paris. Die Marke weist von der Beschaffung bis zum Produkt viele Ähnlichkeiten mit Bottega Veneta auf – und könnte von der No-Logo-Politik, die Bizzarri dort erfolgreich beibehielt, viel lernen.

          Die Gerüchte wollen es, dass Riccardo Tisci, Chefdesigner von Givenchy, zu Gucci geht. Das hätte für die Marke einige Vorteile. Er ist Italiener, er ist einer der wichtigsten jungen Designer mit vielen Anhängern auch unter Stars, und er arbeitet für eine LVMH-Marke. Dem konkurrierenden Konzern würde man ihn vermutlich schon deswegen gerne ausspannen, weil dessen Marken schneller wachsen.

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