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Mit 96 Jahren : Gründerin der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“ gestorben

Die Gründerin der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“. Bild: Archiv

Während die DDR-Modezeitschrift „Sibylle“ mit einer Ausstellung in Rostock gewürdigt wird, ist ihre Gründerin Sibylle Boden-Gerstner gestorben. „Sibylle“ galt als „Ost-Vogue“ und war eine Institution des Geschmacks, nicht nur in der Mode.

          Die Gründerin der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“, Sibylle Boden-Gerstner, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Boden-Gerstner, eine der schillernden Figuren in der DDR, war Malerin, Kostümbildnerin und Autorin. Sie stammte aus Breslau und war die Tochter einer deutsch-jüdischen Familie. Sie studierte in Berlin und Paris Mode, Malerei und Illustration.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          1956 entwickelte sie die nach ihr benannte Modezeitschrift „Sibylle“, bei der sie von 1958 bis 1961 stellvertretende Chefredakteurin war. „Sibylle“ war eine Institution des Geschmacks, nicht nur in der Mode, sondern auch in Kunst und Architektur. Die Zeitschrift erschien sechsmal pro Jahr in einer Auflage von 200 000 Exemplaren. Sie war regelmäßig sofort vergriffen.

          „Sibylle“ galt als „Ost-Vogue“, vor allem wegen der anspruchsvollen Modefotos von bekannten DDR-Fotografen. Freilich hatte die dort gezeigte Mode wenig mit der DDR-Wirklichkeit zu tun. 1962 wurde in Berlin in der Karl-Marx-Allee das nach der Zeitschrift benannte Café „Sibylle“ eröffnet, das es bis heute gibt. Noch bis zum 17. April zeigt die Kunsthalle Rostock eine Ausstellung über das Phänomen „Sibylle“.

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