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Geschenkboxideen : Was ist denn da drin?

Michelle Obamas Blick sprach Bände: Oh Gott, etwas teures Türkis-farbenes. Bild: Screenshot

Was macht ein gutes Gastgeschenk aus? Und wie teuer darf es sein? Die Trumps haben den Obamas ein geheimnisvoll schönes Präsent überreicht. Wir zeigen welches – und was es für Alternativen gibt.

          2 Min.

          Neben den großen Fragen darüber, wie Donald Trump überhaupt Präsident der Vereinigten Staaten werden konnte oder wie er das Land jetzt regieren wird, ist auch diese Frage vom Tag der Amtseinführung noch nicht geklärt: Was genau brachten die Trumps da als Gastgeschenk mit, als sie, kurz bevor es am Kapitol ernst wurde, bei den Obamas im Weißen Haus zum Tee eingeladen waren? So viel ist sicher: Es war etwas teures Türkisfarbenes. Melania Trump überreichte eine riesige Tiffany-Box, und Michelle Obamas Blick sprach Bände: Oh Gott, etwas teures Türkis-farbenes. Festzuhalten ist, dass in dem Paket wohl nicht der Korkenzieher (Bild 4 der Galerie) des New Yorker Schmuckhauses mit kleiner Auswahl an Deko-Objekten lag.

          Stiftehalter samt Bleistiften mit Monogramm-Muster von Louis Vuitton Bilderstrecke
          Stiftehalter samt Bleistiften mit Monogramm-Muster von Louis Vuitton :
          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Man muss aber auch gar nicht wissen, was drinnen war. Die Szene vor dem Weißen Haus steht für die Herausforderung, vor der Gäste heute stehen. Was macht ein gutes Gastgeschenk aus? Wie teuer darf, soll, muss es sein? Und wie persönlich, wenn man schon in den vier Wänden des Anderen zu Gast ist? In dieser Hinsicht ist die Kristallbox von Normann Copenhagen (Bild 7) eine schöne Idee. Sie ist so praktisch wie bleibend. Die Duftkerze von Bulgari (Bild 5) ist hingegen so sinnlich wie vergänglich, und das Aroma "Parfumée au Thé Vert" ist gefällig genug, um damit nicht falsch zu liegen. Oder soll es doch besser gleich der echte grüne Tee sein? Und wie soll dieser Tee dann verpackt sein? Seit dem Strauß Blumen, mit dem man früher so sicher unterwegs war, oder dem Gesteck, das man mit den Worten "statt Blumen" überreichte, hat sich viel getan. Das alles führt aber dazu, dass die Ausgangslage des Eingeladenen nicht einfacher geworden ist.

          Wenn die Verpackung übrigens bei der Frage des richtigen Gastgeschenks keine geringe Rolle spielt, siehe die Box in "Tiffany Blue" in Melania Trumps Händen, siehe auch Michelle Obamas Reaktion darauf (ohne dass sie zu diesem Zeitpunkt den Inhalt kennen konnte), dann setzt man mit der neuentworfenen Box von Louis Vuitton ebenfalls ein Zeichen. Darin könnte dann zum Beispiel ein Stiftehalter samt Bleistiften mit Monogramm-Muster (Bild 2) liegen. Und wenn die Pantone-Farbe 1837 für Tiffany steht, dann ist es das Pantone-1448-Orange für Hermès, zum Beispiel als Ledereinband des Notizbuchs (Bild 6). Apropos: Dior will die Verpackung, die für die Männerlinie des Hauses in Zusammenarbeit mit Sennheiser für Kopfhörer entstanden ist (3), gar nicht mehr loswerden. Das Etui ist Teil des Sets. Sieht man schon von außen.

          Der Inhalt der Tiffany-Box für Michelle Obama war hingegen eines der am besten gehüteten Geheimnisse unserer Zeit. War! Sollte man Wikileaks Bescheid geben? Ach, wir schreiben's einfach: Vermutlich war es ein Bilderrahmen in Sterlingsilber für 615 Dollar. Das Format der Box spricht dafür. Es würde auch konzeptuell passen: als Rahmen für ein Familienfoto der Obamas aus der Zeit, die nun Vergangenheit ist. Eine teure, aber eigentlich auch eine nette Geste der Trumps.

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