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Verstorbener Modeschöpfer : Wie Karl Lagerfeld zum gläubigen Preußen wurde

Immer in die andere Richtung: Karl Lagerfeld (rechts) bei einem Klassenausflug auf der Kieler Förde 1948. Glaubt man der neu entdeckten Widmung, ging er in dem Jahr auch zur Konfirmation. Bild: Foto Barbara Dieudonné

Die Besitzer eines Mannheimer Antiquariats haben einen außergewöhnlichen Fund gemacht: Ein Buch, das so manches Geheimnis über das Leben des verstorbenen Modeschöpfers Karl Lagerfeld lüftet.

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          Für Matthias und Andrea Wirthwein, die Besitzer des Mannheimer Antiquariats „Die Wortfreunde“, war es eine Routinefahrt. Sie hatten von Christopher Pfleiderer, einem befreundeten Antiquar in Baden-Baden, gehört, dass dort bei einer Haushaltsauflösung auch viele alte Bücher zu haben waren. Also fuhren sie am 22. Juli 2009, einem heißen Sommertag, in die Kurstadt im Schwarzwald. „Wir brauchen manchmal einfach Nachschub, um die Regale zu füllen“, sagt Andrea Wirthwein lakonisch. Dieses Mal war unter dem Nachschub ein ganz besonderer Fund, der den beiden „Wortfreunden“ noch viel Geld einbringen könnte. Denn das Buch, das sie in Baden-Baden entdeckten, sagt viel aus über das Leben Karl Lagerfelds, der am 19. Februar im Alter von 85 Jahren gestorben ist – und der aus vielen Details seines Lebens ein Geheimnis machte.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Damals sah es allerdings nicht nach einem aufregenden Tag aus. Die beiden Antiquare trafen an dem Mietshaus an der Lange Straße 142B Pfleiderer, den alten Schulfreund Matthias Wirthweins, der vor langer Zeit aus Mannheim nach Baden-Baden gezogen war und dort sein Antiquariat „Im Baldreit“ führt. Im Innenhof des Hauses parkten schon die Transporter des Entrümplers aus Straßburg, und die Männer kamen schwer bepackt die Treppe herunter. Die Wirthweins nahmen ihre Bananenkisten mit hoch und hofften auf Beute. Aber oben in der Wohnung bot sich ihnen ein trauriger Anblick.

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