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Thomas Hitzlsperger : „Die Engländer sind Weltmeister im Smalltalk“

Der Münchner Thomas Hitzlsperger ist als Fußballstar bodenständig geblieben. Zum Gespräch am Viktualienmarkt kommt er mit dem Fahrrad. Bild: Imago

Fußball-Star Thomas Hitzlsperger verrät im Stil-Fragebogen, warum frisch gemähtes Gras am besten duftet und was passierte, als er einem Friseur zu sehr vertraute.

          2 Min.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Müsli, Eier, Obst. Je nach Appetit und Vorrat.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Klassisch, im Laden. Und da, wo ich mich öfters aufhalte, daheim in München, unterwegs in London oder Los Angeles.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Meine Stimmung ist auch ohne einzukaufen immer gut.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein T-Shirt von 1860.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Ein Fußballer-Irokesenschnitt. Ich habe früher den Friseuren vermutlich zu sehr vertraut.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nein, schon Karl Lagerfeld zuliebe.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Kein konkretes Vorbild. Aber David Beckham hat gezeigt, dass Fußballprofis und guter Stil keine Gegensätze sein müssen. Ich habe mich nicht so angezogen wie er, aber plötzlich hatte Stil Bedeutung im Fußball, auch für mich.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder ein Möbelstück selbst gemacht?

          Seit der Schulzeit nicht mehr.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Nein.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Kochen liegt mir nicht so, dafür Backen. Ich habe schon vielen mit einem Stück Marmorkuchen oder Sahnetorte eine Freude gemacht. Gern auch mit alten Rezepten von Mama, wie dem Eierlikörkuchen mit Kirsch und Schokolade.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Vor allem die Sportseiten der großen Zeitungen und Magazine.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Über Twitter die News-Websites der wichtigsten deutschen, englischen und amerikanischen Zeitungen.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Meine Weihnachtskarten habe ich mit der Hand geschrieben.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Immer das, was ich zuletzt gelesen habe, also gerade „Das eingeschossige Amerika“ von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow. Denis Scheck schenkte mir das, als ich in seiner Sendung „Lesenswert“ zu Gast war und „mein Leben in drei Büchern“ vorstellte. Ich wählte dafür „Kaltblütig“ von Truman Capote, „Das Leben meiner Mutter“ von Oskar Maria Graf und „Der Traumhüter“ von Ronald Reng.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Milka. So hieß mein schokoladenbrauner Labrador.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Es gibt keinen bestimmten, aber wenn, dann ist er ganz sicher nicht aus Hollywood.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Das kommt auf das Auto an. Als Fußballer habe ich einiges ausprobiert. Manche Modelle führen direkt in die Sklaverei.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nein.

          Haben Sie einen Lieblings-Duft?

          Frisch gemähtes Gras. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Und auf Fußballplätzen.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Fängt mit „F“ an. Richtig geraten: Fußball. Ich tu's immer noch, fast jede Woche.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Eine Schwäche fürs Singen und eine Schwäche im Singen. Ich singe gern im Auto und zu Hause.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Mit allem, was mit Fußball zu tun hat: Spielen, Reden, Zuschauen.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Meine sieben Jahre in England haben mich geprägt. Die Engländer sind Weltmeister im Smalltalk. Denen fällt sogar zum Wetter etwas Gescheites ein.

          Sind Sie abergläubisch?

          Ein bisschen, wie jeder Leistungssportler.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          Am Meer. Ich liebe das Wasser, die Weite. Vielleicht weil ich so weit weg vom Meer aufgewachsen bin. Das erste Mal habe ich das Meer gesehen, als ich mit sieben Jahren an einer Werbesendung mit dem Titel „Weltmeister von morgen“ teilnahm. Unter den sechs Finalisten wählten mich die Fernsehzuschauer zum Sieger. Der Preis war eine Reise mit der Nationalmannschaft nach Lissabon zum Länderspiel.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Am Meer.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Nie zwei Mal das gleiche. Mal Bier, mal Wein, mal Wasser.

          Aufgezeichnet von Christian Eichler.

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          Zur Person

          Thomas Hitzlsperger, Bauernsohn, ist als Fußballstar bodenständig geblieben. Zum Gespräch am Viktualienmarkt kommt er mit dem Fahrrad. Mit Gästen, die ihn erkennen, plaudert er. In England, wohin er mit 18 Jahren ging, tauften ihn die Fans "Hitz the Hammer", der Schusskraft wegen.

          Mit Stuttgart wurde er Meister, mit Deutschland fast Europameister. Heute ist der 34 Jahre alte Münchner als Fachmann im Fernsehen gefragt, beim Bayerischen Rundfunk in München, bei BTSport in London und FoxSports in Los Angeles.

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