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Nach Skandalen : Für mehr Diversität in der Mode

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Auf dem Laufsteg vielfach eine Ausnahme: Model für Courrèges bei der Pariser Modewoche im September 2018 Bild: dpa

Immer mehr Modehäuser verkünden Programme und Personalien für Diversität. Warum solche Maßnahmen für kulturelle Repräsentation wichtig sind.

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          Renée Tirado geht als „Global Head of Diversity, Equity & Inclusion“ zu Gucci. Diese Nachricht verkündete das italienische Modehaus Mitte der Woche. Es ist nicht das erste Modeunternehmen, das ein Zeichen für mehr Diversität im eigenen Unternehmen setzen will. Die meisten Labels reagierten mit solchen Personalien auf kulturelle Fauxpas oder Skandale aus der jüngsten Vergangenheit.  

          Von denen gab es im vergangen Jahr so einige. Da war die Werbung von Dolce&Gabbana, die in einer missglückten Kampagne ein chinesisches Model zeigten, das versuchte mit Stäbchen eine Pizza zu essen. Anschließend wurden rassistische Kommentare Stefano Gabbanas öffentlich (China sei ein „country of shit“). Die chinesischen Konsumenten reagierten verärgert. Das hatte auch wirtschaftliche Folgen. Die Marke wird bis heute auf dem chinesischen Festland boykottiert.

          Nur wenige Wochen später wurde Prada für Accessoires, die an Blackface-Figuren aus der Kolonialzeit erinnerten, kritisiert. Der Konzern nahm die besagten Produkte unmittelbar vom Markt und sprach eine Entschuldigung aus. Kurz darauf aber machte es die Firmen-Matriarchin Miuccia Prada in einem Interview nicht besser: „Die Chinesen protestieren, dann die Sikh, dann die Mexikaner, dann die Afroamerikaner. Aber wie soll man jedes Detail jeder einzelnen Kultur kennen, wenn es 100 verschiedene Kulturen in jedem Land geben kann.“ Der Aufschrei wurde größer, die Matriarchin schwieg, stattdessen wurde ein Beratungsgremium für Diversität ins Leben gerufen, das von der afroamerikanischen Regisseurin Ava DuVernay und dem ebenfalls afroamerikanischen Künstler Theaster Gates geführt wird.

          Nachdem sich auch Burberry und Gucci mit Produkten, die Blackface- oder Lynch-Bilder evozierten, auf Glatteis begaben, haben auch diese Unternehmen Programme für mehr Diversität verkündet, die von afroamerikanischen Prominenten wie dem Harlemer Designer Dapper Dan und dem Rapper Will.i.am. unterstützt werden und nicht nur für potentiell rassistische Fehltritte sensibilisieren, sondern auch Mode-Nachwuchs anderer ethnischer Herkunft fördern sollen.

          Nachdem ein Model auf der Mailänder Modewoche im Februar 2018 diese Kreation von Gucci präsentierte, hagelte es in den sozialen Netzwerken Vorwürfe, damit „Blackfacing“ zu betreiben. Das Unternehmen entschuldigte sich kurze Zeit später dafür.
          Nachdem ein Model auf der Mailänder Modewoche im Februar 2018 diese Kreation von Gucci präsentierte, hagelte es in den sozialen Netzwerken Vorwürfe, damit „Blackfacing“ zu betreiben. Das Unternehmen entschuldigte sich kurze Zeit später dafür. : Bild: dpa

          Abgesehen von Beteuerungen, dass die Initiativen und Diversitätsbeauftragten langfristig und nachhaltig die Repräsentanz nicht-weißer Menschen im eigenen Firmenbild und durch karitative Engagements in der Gesellschaft unterstützen wollen, gibt es bislang wenig Informationen über konkrete Maßnahmen. Doch eine immer diverser werdende Kundschaft fordert eben ein kulturelles Umdenken ein.

          Die aktuellen Beteuerungen, mehr für Diversität und Inklusion zu tun, mögen einem marktwirtschaftlichen Kalkül folgen, rufschädigende Fehltritte und damit verbundene potentielle Kundenboykotte in Zukunft zu verhindern, trotzdem sind sie eine Chance, tatsächlich Wege für mehr kulturelle Repräsentation zu ebnen. Immerhin ist Guccis „Global Head of Diversity, Equity & Inclusion“ eine Frau mit afroamerikanischen Wurzeln in einem bisher eher weißen Unternehmen. Ihre Erfahrungen können dazu beitragen, einen perspektivischen Wandel einzuleiten.

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