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Richard Herre wiederentdeckt : Ein fast vergessener Designer

Wiederentdeckt: Richard Herre entwarf 1926 den Stuhl Stuttgart und den Teppich Zet. Beide Produkte hat e15 nun neu aufgelegt. Bild: MARKUS DIETZE, HERSTELLER

Der Designer Richard Herre war fast vergessen. Jetzt legt das Frankfurter Label e15 in Kooperation mit seiner Familie und den Archiven zwei seiner Entwürfe als Reedition auf.

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          Richard Herre muss ein bescheidener Mann gewesen sein. Mies van der Rohe, Gropius, Le Corbusier gingen in die Designgeschichte ein, Herre hingegen ist fast vergessen. Dabei war er einer der Stuttgarter Architekten, die die Idee zu der vom Deutschen Werkbund errichteten Weissenhof-Siedlung hatten, an der wiederum vor allem Architekten wie Mies van der Rohe, Gropius, Le Corbusier mitbauten.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Herre (1885 bis 1959) musste also erst wiederentdeckt werden. Sein Sohn Frank und sein Enkel Max, der eine ebenfalls Architekt, der andere Rapper und Sänger unter anderem der Band Freundeskreis, arbeiteten gemeinsam Richard Herres Nachlass auf, was nicht einfach war, weil sein Stuttgarter Atelier bei einem Luftangriff 1944 zerstört worden war. Dennoch entstand eine Ausstellung, und zwei Entwürfe Herres werden fast 100 Jahre nach ihrer Entstehung nun erstmals wieder produziert – als Reeditionen.

          Der Stuttgarter Richard Herre wurde erst vor kurzem als wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre wieder entdeckt. Bilderstrecke
          Richard Herre : Alte Sachlichkeit

          Das Frankfurter Label e15 hat Herres Stuhl Stuttgart und den Teppich Zet neu aufgelegt. Beide Produkte sind geprägt vom Stil der Neuen Sachlichkeit. Und beide sind 1926 rechtzeitig vor dem Bau der Weissenhof-Siedlung entstanden, wo der Teppich auch Verwendung fand.

          Die Richard-Herre-Kollektion von e15 wird als Teil der Sonderausstellung „Richard Herre“ noch bis zum 1. März im Stadtpalais Stuttgart zu sehen sein.

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