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Patricia Andreae (cp.)

Frankfurter Fashion Week : Modewoche mit Perspektive

Unter anderem auf dem Eisernen Steg fand eine Pop-up-Modenschau statt. Bild: Lakuntza, Nerea

Die Premiere der Frankfurt Fashion Week war ein Erfolg. Mit ihrem digitalen Auftritt hat sie Perspektiven geschaffen, vor allem für lokale Modemacher. Die Vertreter der Branche konnten sich untereinander vernetzen.

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          Als es hieß, die Premiere der Frankfurt Fashion Week werde nur digital stattfinden, war die Enttäuschung groß. Im Frühjahr aber, als die konkreten Planungen beginnen mussten, war nicht abzusehen, ob ein internationales Publikum würde reisen können – ohne ein solches aber macht eine echte Fashion Week keinen Sinn. Und in Zeiten, in denen zwar Fußballstadien in England durch Fans, die im Land leben, gefüllt sind, aber Olympische Spiele in Tokio vor leeren Rängen stattfinden müssen, dürfen sich die Messe Frankfurt und die Berliner Premium Group als Veranstalter in ihrer Entscheidung bestätigt fühlen.

          Mit prominent besetzten Vorträgen und Diskussionen im digitalen FFW-Studio haben sie dafür gesorgt, dass die Modewoche nicht komplett ausgefallen ist. Flankiert wurde das virtuelle Programm von einer kleinen Zahl von physischen Veranstaltungen, die lokale Macher auf eigene Faust auf die Beine gestellt haben.

          Die Modenschauen auf dem Opernplatz und im Hotel Frankfurter Hof sowie verschiedene Ausstellungen gaben einen Vorgeschmack darauf, was möglich ist, wenn wieder mehr möglich ist. Und sie haben dafür gesorgt, dass wenigstens ein paar Bilder aus der Stadt, die modischer ist, als viele meinen, um die Welt gehen.

          Gute Investition

          Der große Aufschlag, der Messehallen, Hotels, Restaurants und Taxis wieder füllt, konnte es allerdings nicht sein. Die Bereitstellung von zehn Millionen Euro von Stadt und Land für drei Jahre ist dennoch eine gute Investition.

          Denn schon jetzt hat die Fashion Week dazu geführt, dass sich Kreativagenturen zusammengeschlossen und Modemacher, Designer, Model-Scouts und Produzenten vernetzt haben.

          Die Messe hat so auch mit ihrem digitalen Auftritt Perspektiven geschaffen und ihre Aufgabe als Wirtschaftsförderer für die Region so gut wie möglich erfüllt – vielleicht sogar besonders gut.

          Denn bei einem internationalen Aufschlag in der Stadt hätte die lokale Modeszene wohl deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen. Die aber sollte sie auch künftig haben. In jedem Fall hat sich gezeigt: Frankfurt ist bereit für die Mode.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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