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Frankfurter Fashion Week : „Beginn eines großen Feuerwerks“

Bei der New-Faces-Preisverleihung zur Fashion Week wird coronakonform im kleinen Kreis gefeiert. Bild: dpa

Die erste Frankfurt Fashion Week hat weitgehend digital, aber auch real stattgefunden. Und sie hat einiges in Bewegung gebracht. Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt.

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          Detlef Braun und Anita Tillmann strahlen. Schon nach den ersten Veranstaltungen der Frankfurt Fashion Week waren der Messe-Geschäftsführer und die Partnerin der Berliner Premium Group, die zusammen die Modewoche nach Frankfurt geholt haben, begeistert vom Zuspruch. Hunderte Teilnehmer aus der ganzen Welt hätten beispielsweise zur Eröffnung die eigens initiierte Konferenz „The New European Bauhaus – Werkstatt der Zukunft“ live verfolgt und die Botschaft von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehört: „Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir zusammenarbeiten – über verschiedene Disziplinen und Grenzen hinaus, in Europa sowie global.“

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Motto, das für die Frankfurter Messegesellschaft längst gilt und das sich auch in der hiesigen Fashion Week gezeigt hat. Insgesamt verfolgten nach Messeangaben 25.000 „Besucher“ die Programme auf der eigens konzipierten Internetplattform FFW-Studio.

          Das Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Mode stoße auf großes Interesse, sagt Braun. Auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nutzten die Gelegenheit, der Textilindustrie ins Gewissen zu reden und sich für faire Entlohnung und ressourcenschonende Produktion einzusetzen.

          Industrie denkt um

          Schließlich gilt die Textil- und Modeindustrie als einer der großen Verursacher von CO2-Emissionen und Wasserverschmutzung, die Arbeitsbedingungen werden immer wieder angeprangert. Doch die Industrie stehe vor einem Umdenk- und Veränderungsprozess, das sei zu spüren, sagte Detlef Braun.

          Selbst Entscheidungsträger internationaler Handelsketten, die sonst eher für Schnelllebigkeit, Billigproduktion und wenig Umweltbewusstsein stünden, hätten ihm gesagt, wie wichtig das Thema für sie sei, berichtete er.

          Auf der Digitalplattform wurde auch die künftig jährliche Konferenz der Conscious Fashion Campaign präsentiert, die die Messe Frankfurt in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen initiiert hat.

          Wissen war nie wertvoller

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          Bei verschiedenen Gesprächen am Rande der Aufzeichnungen, aber auch bei physischen Treffen mit Beteiligten sei die Resonanz auf den Wechsel nach Frankfurt durchweg positiv gewesen, so Braun. Tillmann sagte schon zur Zwischenbilanz, die Messe sei reif für den Wechsel gewesen. Schließlich sei die Modebranche darauf gepolt, immer Neues zu wollen.

          Auch in der Stadt zeigt man sich zufrieden mit dem Auftakt. Zwölf Agenturen haben sich zusammengeschlossen, um künftig Veranstaltungen für die Modewoche auf die Beine zu stellen, und viele kleinere Modemacher haben sich vernetzt. Nur im Gastgewerbe hätte man sich mehr gewünscht.

          Bilder gehen um die Welt

          Thomas Feda, Chef der städtischen Tourismus- und Kongressgesellschaft, hätte gerne eine große Präsenzveranstaltung in der Stadt gesehen. Er freut sich dennoch über die positive Stimmung, die er bei den Modeschauen vor dem Sofitel an der Alten Oper und dem Frankfurter Hof erlebt habe.

          Etliche schöne Bilder, die Frankfurt aus einem neuen Blickwinkel zeigten, seien durch die sozialen Medien um die Welt gegangen. Der Tourismusförderer sieht die Premiere der Fashion Week als „die erste Raketenstaffel zu Beginn eines großen Feuerwerks“. Das folge dann hoffentlich im Januar.

          Dann will auch Modeunternehmerin Sevinc Yerli mit ihrer Fashion Lounge wieder dabei sein. Das wirtschaftliche Ergebnis ihrer Präsentationen im Hotel Sofitel und auf dem Laufsteg davor liegt ihr zwar noch nicht vor, gelohnt habe sich der Aufwand für ihre Modeschauen aber auf jeden Fall: „Die Leute waren total happy.“

          Nicht ganz so glücklich war man bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, aus einem Filmbeitrag über die hiesige Modeproduktion war der Part eines Kürschners herausgenommen worden. Die Pelzwirtschaft, die einst in Frankfurt eine eigene Messe hatte, passt offenbar nicht mehr ins Konzept.

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