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Statement-Flats : Weihnachten tritt dieses Jahr leise auf

Glitzernde Samtpfoten von Charlotte Olympia Bild: Röth, Frank

Um dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum ein Statement abzugeben, müssen Frauen keine High-Heels mehr tragen. Loafers und Ballerinas sind derzeit kaum weniger aufwendig verarbeitet – schonen dabei aber das Parkett.

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          Hauptsache bunt, dekoriert und hoch. Es ist noch nicht allzu lange her, da war mit dem Begriff des „Statement-Schuhs“ ein High Heel gemeint. Der konnte gar nicht mit genug Applikationen, Farben und Texturen versehen sein. Und, ach ja, der Absatz von mindestens zehn Zentimetern Höhe ergab sich im Nebenschluss. Das ändert sich gerade. Die flachen spitzen Schuhe in Creme und Dunkelgrau mit Fesselriemen von Brunello Cucinelli bleiben jedenfalls auf dem Boden. Sehr spitz, sehr flach, die Betonung liegt auf den Fesseln.

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch die ebenerdigen Schuhe von Santoni halten da Schritt. Die in Orange gefärbte Sohle sorgt für den Effekt. So bepinselt die italienische Marke aus Corridonia zwar auch schlichte Loafer-Schuhe, aber beim Statement-Schuh passt die Leuchtfarbe zum Konzept. Die Statement-Schuhe von heute sind fast so aufwendig verarbeitet wie High Heels, nur die Höhe fehlt. Keine Frage also, dass auch Häuser, die vor allem mit flachen Schuhen erfolgreich geworden sind, diesen Trend jetzt nicht verpassen wollen. Designerin Alessandra Facchinetti hat für Tod’s, die Marke des Gommino-Loafers, also des Noppenschuhs, Schuhe mit Schnallen entworfen, gegen die zum Beispiel die Modelle von Louis XIV dezent aussehen. Nur beim Absatz halten sie sich im Vergleich zu den Louis-XIV-Modellen zurück.

          Bei Brunello Cucinelli liegt die Betonung auf den Fesseln Bilderstrecke
          Bei Brunello Cucinelli liegt die Betonung auf den Fesseln :

          Und auch der Ballerina-Spezialist Unützer arbeitet nun mit Goldkettchen, als könnten die Schuhe ein bisschen Schmuck vertragen. Damit kann man sich auch unterm Weihnachtsbaum sehen lassen, ohne den Schwiegereltern das Parkett zu zerkratzen. Wer mit der geschmückten Tanne um die Wette strahlen möchte, trägt aber besser die geschmückten Schuhe von Jimmy Choo oder gleich die Ballerinas mit Pailletten von Charlotte Olympia oder Salvatore Ferragamo. Damit kann man sich sogar in die Kirche trauen. Beim Laufen sind diese Schuhe schließlich nur optische Statements, keine akustischen.

          Ausstellung für Schuhliebhaber : High Heels im Museum

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