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„Eine Schneekönigin“: Elisabeth II. trug 2008 noch Nerz. Bild: Reuters

Royaler Tierschutz : Kein Pelz mehr für die Königin

  • -Aktualisiert am

Die Schneiderin von Königin Elisabeth II. schreibt in einem Buch, dass sie für die Queen seit diesem Jahr nur noch mit Kunstpelz arbeitet. Tierschützer zeigen sich zufrieden, verlangen aber noch mehr.

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          Die Nachricht, dass Königin Elisabeth II. auf Kunstpelz umsattelt, hat die Frage aufgebracht, ob sie sich dem Zeitgeist beuge oder aus Überzeugung veranlasst habe, keine Kleidung mehr mit Echtfell nähen zu lassen. Ihre Schneiderin Angela Kelly hat die Kehrtwende in ihrem mit dem Segen der britischen Monarchin veröffentlichten Erinnerungsbuch, „The Other Side of the Coin: The Queen, the Dresser and the Wardrobe“, enthüllt. Darin steht, dass von 2019 an Kunstpelz verwendet werde, um sicherzustellen, dass Ihre Majestät nicht friere, wenn sie bei besonders kaltem Wetter Termine wahrzunehmen habe.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          In dem Buch erzählt die königliche Ankleidefrau, wie stolz sie über den zur Wärmedämmung an Kragen und Manschetten mit Nerz verbrämten Tweedmantel gewesen sei, den sie im Jahr 2008 für den Besuch von Elisabeth II. in der Slowakischen Republik entworfen hatte. Sie habe unweigerlich an eine Schneekönigin denken müssen, so Kelly. Der Nerz sei inzwischen aber durch Kunstpelz ersetzt worden. Schon lange agitieren Tierschützer, dass die Königin auf Echtfell verzichten solle. Bei jedem Auftritt mit Pelz gab es einen Aufschrei.

          Auch der Palast bestätigt, dass alle Neuanfertigungen ausschließlich mit Kunstfell hergestellt würden, die Königin aber alte Kleidungsstücke aus ihrer Garderobe auftragen werde. Darunter befindet sich auch der Hermelin-Umhang, den sie zuletzt Mitte Oktober zur zeremoniellen Parlamentseröffnung trug. Die Tierrechtsorgansiation Peta begrüßte den Beschluss der Königin, sich Modehäusern wie Prada, Gucci und Chanel anzuschließen, die ebenfalls auf Echtfelle verzichten, und tat kund, die gute Nachricht mit dem Lieblingscocktail der Monarchin begießen zu wollen: Gin und Dubonnet.

          Peta verband den Glückwunsch mit der Forderung, die Bärenfellmützen der königlichen Wachen durch Kunstpelz zu ersetzen. Dagegen wird allerdings eingewendet, dass Echtfell nachhaltiger sei als die Kunstfasern, die weder lang haltbar noch ausreichend wetterfest sind. Und so bestätigte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag, dass es keine Pläne gebe, „die als zeremonielle Kopfbedeckung verwendeten Bärenfelle zu ersetzen“.

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