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Die Daunenjacken der Saison : Recht förmlich Richtung Frost

Sieht aus wie ein Blazer, ist aber eine Daunenjacke der Marke Moncler Bild: Waldner, Amadeus

Die Designer haben offenbar auf den milden Winter des vergangenen Jahres reagiert: Diesen Winter sind die Daunenjacken möglichst dünn und fein – und damit sogar bürotauglich.

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          Die Mode hat auf alles Mögliche zu reagieren – aufs Digitale, mit Looks, die auffallen müssen, sogar auf dem kleinen iPhone-Bildschirm; auf die Krisenstimmung, mit Silhouetten und Farben, die an die Freiheit der siebziger Jahre erinnern; auf den Klimawandel, zum Beispiel mit Daunenjacken, die kaum mehr welche sind. Oder erinnert die beige-grüne Steppjacke von Woolrich noch jemanden an die dicken Kapuzen-Parka der italienischen Marke? Gerade in den besseren deutschen Stadtvierteln gehörten sie in den vergangenen Saisons schon beinahe zum Straßenbild.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dann kam der Winter 2013, und statt der dicken Daunenjacke genügte selbst hierzulande eine warme Herbstjacke oder sogar ein Blazer aus Wolle mit Schal. Also reagiert die Mode jetzt darauf − und fertigt Daunenjacken mit der Anmutung von Blazern. Man sieht es nicht nur bei Woolrich, sondern auch bei Moncler. Thom Browne, Designer der Linie „Gamme Bleu“ des Hauses, entwirft für den jetzt kommenden Winter Daunenjacken, die mit Muster, Revers und Knopfleiste so verfremdet sind, dass sie eigentlich keine mehr sind. So sehen Männer auch an Abenden Mitte Dezember auf der Straße ähnlich elegant aus wie sonst nur in beheizten Räumen, wenn sie die Jacken längst ausgezogen haben. Möglichst dünn, möglichst locker, möglichst fein: Die aktuellen Daunenjacken, die fast schon wie Sommerdaunenjacken aussehen, lassen sich so einfach über den Bürostuhl hängen wie sonst nur Anzugjacken.

          Steppjacke von Woolrich Bilderstrecke

          Die grüne Blazerjacke von Camel Active für Damen, ebenfalls mit Revers, ist so bürotauglich wie die schwarze Jacke von Victorinox für Herren. Nur das dezente Camouflage-Muster könnte den Chef irritieren. Sollte der schnell aus der Fassung zu bringen sein, werfen Sie also besser den grauen Blazer-Mantel von Moorer über den Drehstuhl. Oder tragen, als Frau, die Jacke mit Ellenbogen-Flicken von Duvetica. Da denkt niemand ans Militär, sondern allenfalls an den englischen Adel.

          Viel Arbeit soll der ja auch nicht haben, so kommen wir ganz locker auf die Freizeit zu sprechen. Die Modelle von Herno sehen nicht besonders förmlich aus und wahren dennoch die Blazer-Form. Den Modellen für Herren verpasst die Marke zum Beispiel passende Strickelemente für drunter, den Modellen für Frauen einen gewissen Glanz. Den kennt man, klar, noch von den alten Daunenjacken. Soll nur ja niemand vergessen, wie kalt die Winter früher waren.

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