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Dresswatch : Aufs Handgelenk schauen

  • -Aktualisiert am

Auch in New York dabei: Andrew Jennings bedient mit Larsson & Jennings den Gegentrend zur Smartphone-Zeit. Bild: Larsson Jennings

Der Brite Andrew Jennings scheint den Geschmack junger Menschen zu treffen: Seine Uhrenmarke hat bei Instagram 150.000 Follower. Dabei war der Start in der Schweiz nicht gerade einfach.

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          Andrew Jennings ist ein mutiger Mann: Er ist Anfang dreißig und Mitbegründer einer Uhrenmarke. In Zeiten, da junge Menschen kaum noch auf die Uhr schauen, dafür aber umso öfter auf Displays, klingt das riskant. Aber Jennings winkt ab: „Auf keinen Fall!“ Denn die Uhr zeige nicht nur die Zeit an, sondern auch den persönlichen Stil. Auf Modelle von Larsson & Jennings könnte das zutreffen, denn viele Kunden sind junge Leute, die Wert auf ihr Äußeres legen.

          Auf Instagram hat die Marke schon 150.000 Follower. Das nüchterne Design geht mit der Zeit: Zu haben ist die Marke unter anderem bei Net-a-porter und im Voo Store in Berlin. Alles begann mit einer Rolex – einer Daytona 6239, um genau zu sein. Der zehnjährige Andrew bekam sie von seinem Onkel vererbt. Zwar durfte er das wertvolle Stück als Junge nicht tragen, aber vielleicht begeisterte sie ihn deshalb umso mehr.

          Seitdem hatte er eine Leidenschaft für Vintage-Uhren. Der Brite erkannte die Marktlücke für Uhren, „die modern und klassisch zugleich sind“. Seine Idee eines eigenen Uhrenhauses wurde im Jahr 2011 Wirklichkeit: Zusammen mit seinem schwedischen Freund Joakim Larsson gründete er Larsson & Jennings – mit gerade einmal 26 Jahren. Mittlerweile ist Larsson nicht mehr Teil des Unternehmens, sein Nachname schon. „Larsson & Jennings“ – das soll auch die Design-Philosophie spiegeln, die sich aus den Herkunftsländern der beiden speist.

          Den schwedischen Hang zum Understatement nehmen das funktionelle Design und die reduzierten Zifferblätter auf. Für die klassische britische Dresswatch stehen die römische XII und das flache Gehäuse. So vereinen sich Minimalismus und Tradition am Handgelenk. Gefertigt werden die Uhren in der Schweiz. Einfach war das zunächst nicht: „Ich hatte am Anfang Schwierigkeiten, ernst genommen zu werden, weil ich so jung war“, sagt Jennings. Aber langsam weiß er, wie die Schweizer ticken, so dass er seine fünf Serien mit Quarzmodellen nun auch um eine Automatikserie erweitern konnte; das Werk kommt vom Schweizer Hersteller ETA. Die Uhr ist mit 1400 Euro das mit Abstand teuerste Modell der Marke. Die Quarzuhren kosten zwischen 280 und 450 Euro – also nicht einmal so viel wie ein WG-Zimmer in London oder New York, wo Jennings seine ersten Läden unterhält.

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