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Designerin Dorothee Schumacher : „Frauen haben sich in ihrer Weiblichkeit gefunden“

Von Düsseldorf nach New York: Dorothee Schumacher in ihrem Showroom an der Westseite von Manhattan Bild: Helmut Fricke

Dorothee Schumacher feiert in New York ihre 30 Jahre in der Mode. Als sie 1989 in Düsseldorf klein anfing, fand sie die Mode in Deutschland nicht feminin genug. Heute sieht sie eine Entwicklung – „auch in Businessstädten wie Frankfurt“.

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          Einen besseren Ort für die Feier zum dreißigjährigen Firmenjubiläum hätte sie sich nicht aussuchen können. Die Brant Foundation liegt in der trendigen Lower East Side, bis zu seinem Tod im Jahr 2013 lebte in diesem Haus der Künstler Walter De Maria, und außer Ausstellungen bietet die Stiftung an der sechsten Straße einen grandiosen Ausblick auf New York, wenn man aufs Dach steigt.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Hier oben einen Cocktailempfang auszurichten – das passt. Denn Dorothee Schumacher, deren Unternehmenszentrale in Mannheim immerhin eine schöne Aussicht auf den Hafen bietet, liebt den weiten Blick. Also kommen am Dienstagabend, an einem milden Spätsommertag, echt Indian Summer, viele Kunden, Freunde und Fans auf die Dachterrasse, um die deutsche Modemacherin vor aufstrebender Kulisse zu feiern. Mitveranstalter ist die Zeitschrift „Interview“, die zum großen Reich des Unternehmers Peter Brant gehört – dessen fünfstöckiges Abschreibungsobjekt, das er sich hierhin gestellt hat, ganz nebenbei seinen Kunstsinn beweisen soll.

          Dorothee Schumacher ist seit Jahren auf dem amerikanischen Markt präsent. Ihre Marke hatte sie schon früh in Mailand vertrieben, wo sie auf Einkäufer amerikanischer Kaufhäuser traf. Nur die Hälfte ihrer Umsätze macht die Modemacherin heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den Vereinigten Staaten, wo sie auch über einige Kleidungsstücke für die Serie „Der Teufel trägt Prada“ bekannt wurde, ist sie in immerhin 65 Geschäften vertreten, und oft macht sie hier auch Trunk Shows, also Schauen „aus dem Koffer“, die durchaus groß sein können, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Insofern ist es keine Angeberei, dass sie mit mehr als 20 Mitarbeitern aus Mannheim gekommen ist und hier über den Dächern von Manhattan ihre 30 Jahre in der Branche feiert.

          Seit 30 Jahren geht das schon so

          Meist ist sie allerdings in ihrem Showroom, bei der Arbeit. Die Räume sind in dem riesigen alten Lagerhaus an der Westseite von Manhattan, das den gesamten Block zwischen der 26. und 27. Straße einnimmt. Das Gebäude ist so groß, dass man sich darin verirren kann. Von früher gibt es noch Aufzüge für Lastwagen. Und wenn man auf der Suche nach Tommy Hilfiger ist, der hier ebenfalls Büros hat, kann es durchaus sein, dass man ihrem Sohn Max Singhoff in die Arme läuft, der seit August 2017 gemeinsam mit seiner Mutter CEO der Familienfirma ist.

          Da wundert es dann auch nicht, dass an diesem Morgen in einem Studio nebenan Christiane Arp von der deutschen „Vogue“ Modeaufnahmen macht. Vorher kommt sie noch schnell vorbei. Und auch wenn man sich die stets minimalistisch gekleidete Chefredakteurin nicht so recht im Blumenkleid von Dorothee Schumacher vorstellen kann – die beiden wichtigsten aktiven Frauen der deutschen Mode verstehen sich blendend.

          Bilderstrecke

          So wie Max die weitläufigen Lagerräume zwischendurch für eine Partie Tischtennis an einer blitzblanken Platte nutzt, so kann auch seine Mutter nicht stillhalten. Sie geht zur großen Fensterfront, um den weiten Blick Richtung Midtown zu genießen, der so viel Freiheit verspricht, sie nimmt sich ein Kleid vom Ständer, um es vorteilhaft fürs Foto hinzuhängen, oder sie bespricht sich im Gehen mit Mitarbeiterinnen. Sich hinzusetzen – schon dieses Konzept klingt ihr viel zu bequem.

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