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Bekannt in der Techno-, House- und Electroclash-Szene: DJ Hell heißt mit bürgerlichem Namen eigentlich Helmut Josef Geier. Bild: Christian Werner

Interview mit DJ Hell : Smell of Hell

  • -Aktualisiert am

Helmut Josef Geier, der als DJ Hell in der Techno-, House- und Electroclash-Szene bekannt wurde, hat ein Parfum herausgegeben. Der Name ist Programm. Und was gibt’s sonst Neues?

          DJ Hell, was war das erste Stück Musik in Ihrem Leben, an das Sie sich erinnern?

          „Do The Strand“ von Roxy Music mit Bryan Ferry und Brian Eno hatte 1973 eine magische Anziehungskraft für mich. Der Mittelpunkt meiner musikalischen Entwicklung und Sozialisation war im Grunde aber immer Kraftwerk.

          Wissen Sie noch, mit welchem Stück Ihr erstes gespieltes DJ-Set vor einem Publikum begann und wo und wann das war?

          Meine ersten Erfahrungen vor Publikum in kleinen Clubs durfte ich Ende der siebziger Jahre machen. Aber die Musik, die ich damals spielte, war eher für meine Freunde gedacht. Außerdem wollten wir zeigen, was wir konnten, um als DJ-Team die Chance zu bekommen, eine eigene Nacht zu gestalten: ein ganzer Abend, an dem ausschließlich unser Sound gefeatured wurde, ohne Kompromisse und Plattenwünsche.

          Wann und wie wurde aus Helmut Hell?

          In den Achtzigern musste man als Hiphop-DJ einen Namen erfinden, der auch international verständlich war. Aus Helmut Geier wurde DJ Helli, Space DJ, G.Hell, DJ Hell oder aktuell einfach nur noch HELL.

          Was ist Ihre schönste Kindheitserinnerung?

          Jeden Tag Sport.

          Können Sie bestimmen, was an Ihnen spezifisch deutsch ist?

          An mir ist wenig typisch deutsch, ich sehe mich eher als Weltbürger und nehme gerne andere Gepflogenheiten und Lebensarten auf.

          Gibt es einen oder mehrere Musiklehrer in Ihrem Leben, die Ihnen etwas beigebracht haben?

          Thomas Gottschalk war als Radio-DJ mit seiner Sendung „Pop nach 8“ einigermaßen wichtig für mich im ländlichen Bayern. Erst später konnte ich mit Hilfe importierter Mixe auf Kassetten auch Ron Hardy oder Larry Levan aus Chicago erkunden. Für mein Leben als DJ waren auf jeden Fall Tony Humphries und Red Alert aus New York wichtig. Mein großer Mentor hier in Deutschland war die DJ-Legende Lupo aus dem „P1“ in München.

          Neuer Duft: „Techno“ von Helmut Josef Geier aka. DJ Hell.

          Musik ist vor allem eine Sprache der Töne. Aber kann man an Musik auch erkennen, woher sie kommt, und wenn ja, woran?

          Musik kommuniziert selbst dann, wenn alle Worte versagen. Sie funktioniert auch ohne gesprochene Worte oder Sprache, vor allem im Genre Techno. Kraftwerk zum Beispiel konnten nur in Deutschland entstehen und definieren am deutlichsten, was deutsche Kultur und deutsche Musikarbeiter sein können.

          Wonach riecht ein guter Club?

          Früher noch nach Zigaretten, in Verbindung mit dem Grundakkord aus Alkohol, Schweiß und Schmutz. Kopfnote ist die Nebelmaschine. Dieser spezielle Duft hat sich früher oft bis in die luftdichten Plattenboxen für das mitgebrachte Vinyl festgesetzt.

          Wie sieht der ideale Raum für einen Club aus?

          Eine quadratische Box für maximal 500 Leute.

          Zum Ausgehen gehört das Anziehen. Gibt es Mode, die in Clubs besonders gut passt und funktioniert?

          Im Moment ist alles sehr sportlich gehalten für lange Nächte. Dazu bringt das Neunziger-Jahre-Techno-Rave-Revival seit zwei Jahren wieder die besten Ideen aus der Zeit in die Modewelt zurück. Ich denke da an Vetements oder Balenciaga.

          Was unterscheidet Clubkultur in Deutschland von anderen Ländern?

          Berlin ist mit Abstand die wildeste Party-Hauptstadt auf diesem Planeten. Daher orientiert sich im Moment alles, was Mode, Musik- und Clubkultur betrifft, daran. Berlin steht für Techno.

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