https://www.faz.net/-hrx-9m2jb

Mit Grünstich : So nachhaltig kann Goldschmuck sein

Unter fairen Bedingungen gefertigt: Ein Paar goldene Ohrringe von Lilian von Trapp Bild: Carlos Bafile, Daniel Vogl

Die Goldgewinnung in den Minen zerstört Mensch und Umwelt. Dass es auch anders geht, zeigen hier verschiedene Marken, die nachhaltigen Goldschmuck anbieten – grünes Gold sozusagen.

          Die Stücke auf dieser Seite haben stilistisch nicht viel mehr gemeinsam, als dass es sich bei allen um Schmuck handelt. Sie sind aus Gelbgold, Roségold, es sind Ketten, Armreife und Ringe, sie sind filigran und massiv. Trotzdem verbindet ihre Schöpfer ein gemeinsamer Nenner, auf den all diese Schätze und zunehmend mehr Marken zu bringen sind. Er lautet: Dieses Gold ist grün.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das ist kein Widerspruch, zumindest sinngemäß, wenn man bedenkt, dass die Goldgewinnung in den Minen eine der schmutzigsten Industrien überhaupt ist. Sie zerstört Mensch und Umwelt, die großen Krater in den Felsen sind selbst auf Satellitenbildern zu erkennen. Für das Gold eines einzigen Rings müssen die Arbeiter zuvor tonnenweise Gestein absprengen und chemische Stoffe hinzugeben, die hinterher in den Flüssen landen. Die Goldgewinnung ist weder sozial noch ökologisch verträglicher als die Suche nach Diamanten, und wenn der Film „Blood Diamond“ aus dem Jahr 2006 mit Leonardo DiCaprio da Aufklärungsarbeit geleistet hat, dann ist sie auch im Hinblick auf Gold nötig.

          Dass es anders geht, zeigen die ersten Marken, namentlich Chopard. Im vergangenen Jahr verpflichtete sich das Unternehmen, ausschließlich Gold zu verwenden, das zu 100 Prozent unter ethisch korrekten Bedingungen gewonnen wird. Das Collier ist ein Beispiel dafür. Auch der Schmuck von Quite Quiet kann sich mit dem Fairtrade-Siegel schmücken. Es bedeutet, dass die Arbeiter, die das Gold gewinnen, sozial abgesichert sind, und dass sie entsprechende Schutzkleidung tragen.

          Quite Quiet ist drei Jahre alt, und auch die Beispiele Lilian von Trapp und Vieri zeigen, dass eine jüngere Generation von Schmuckmarken mit mehr sozialem und ökologischem Bewusstsein an die Arbeit geht. Die Ohrringe von Lilian von Trapp und die Kette von Vieri sind aus recyceltem Gold. Die Designerin Gisa Golpira arbeitet unter ihrem Label Golpira nur mit Gold aus Flüssen. Das sieht man dann sogar stilistisch. Die Form des Armreifs folgt hier der Strömung des Wassers, aus dem das Gold für den Schmuck kommt.

          Zu 100 Prozent unter ethisch korrekten Bedingungen gewonnen: Goldenes Collier von Chopard Bilderstrecke

          Weitere Themen

          All right in all white!

          Adidas Supercourt : All right in all white!

          Adidas Originals wird 50: Dazu gibt es eine neue Sammlung mit den besten Sneakern in Weiß. Heraus sticht ein echter Tennisklassiker. Die Kolumne Sneak around hat ihn unter die Lupe genommen.

          Weiche Wäsche mit Schlachtabfällen

          Weichspüler : Weiche Wäsche mit Schlachtabfällen

          Verbrauchertipps sind oft beliebt, aber selten schockieren sie so, wie es unlängst ein Bericht über Schlachtabfälle in Weichspülern tat. Gibt es gute Alternativen zu den tierischen Inhaltsstoffen?

          Topmeldungen

          Liveblog zu Wahl in Straßburg : „Es lebe Europa!“

          EVP-Fraktion will von der Leyen geschlossen wählen +++ Kandidatin spricht über Klimakrise, Migration und Gleichberechtigung +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.
          Der Eingriff in die bundesweite Verteilung von Krankenhäusern muss mit chirurgischer Präzision ausgeführt werden – sonst leidet die Versorgungssicherheit vor allem auf dem Land schnell.

          Zu viele Hospitale : Der Patient Deutschland

          Die Deutschen lieben ihr Krankenhaus in direkter Nähe – mag es auch noch so schlecht ausgestattet sein. Daher hat auch die Politik kein Interesse an einem großflächigen Abbau der Hospitäler. Vernünftig ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.