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Rückkehr eines Klassikers : Archetyp unter den Schreibtischleuchten

Flexibel und stabil: Die Federzugleuchte von Midgard wird wieder mit den Original-Werkzeugen hergestellt. Bild: Midgard

Flexibel, stabil und zeitlos. Wer seine Kindheit in den Siebzigern und frühen Achtzigern erleben durfte kennt sie: Die Federzugleuchte. Nun wird sie wieder hergestellt.

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          Wer in den Siebzigern und frühen Achtzigern Kind war, kennt diese Schreibtischleuchte. Mit Schraubklemme ließ sich die preiswerte und überaus bewegliche Lichtquelle ganz einfach an der Tischplatte festmachen. Das Massenprodukt bot der schwedische Möbelgigant Ikea an, herstellen ließ er es jenseits des Eisernen Vorhangs vom VEB Raumleuchte. Das war kein Geheimnis, aber weithin unbekannt. Das 1919 in Auma (Thüringen) von Curt Fischer gegründete Unternehmen Midgard war 1971 enteignet und in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt worden. Mit einer Besonderheit: Curt Fischers Sohn Wolfgang blieb nicht nur Betriebsleiter, er zahlte auch viel Geld dafür, dass der Familie die Rechte und Patente an Midgard und den Entwürfen erhalten blieben.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Schon kurz nach dem Mauerfall konnte Wolfgang Fischer das reprivatisierte Unternehmen wieder übernehmen. Seit 1990 wurde die von ihm in den Fünfzigern perfektionierte Federzugleuchte originalgetreu in alter Qualität und mit alten Werkzeugen hergestellt.

          Das Prinzip der parallelen Arme, die mit Federn verbunden sind, ist alt. Viel älter als das fast 100 Jahre alte Unternehmen Midgard. Darum haben Wolfgang Fischer und Midgard auch nicht den alleinigen Anspruch auf diesen Archetyp der Schreibtischleuchte. Bei Fischers Entwurf sind die Gelenke und Federn aber nicht etwa aus Plastik, sondern aus Metall. Sie sind wartungsfrei und bleiben selbst bei starkem Gebrauch flexibel und stabil.

          Alleine aber konnte Fischer das Unternehmen am Ende nicht halten. Midgard wurde 2015 von den Hamburger Unternehmern David Einsiedler und Joke Rasch vor der Insolvenz gerettet. Sie erwarben neben den Rechten an allen drei Midgard-Leuchtenserien auch die Originalwerkzeuge. Im Januar brachten sie eine Reedition der Maschinenleuchte aus dem Jahr 1919 heraus, nun folgte die Federzugleuchte, im Januar 2018 wollen sie Bauhaus-Klassiker vorstellen, die Lenklampen 113 und 114.

          Die Federzugleuchte ist als Steh- sowie Tischversion, mit Klemm- oder Tischfuß in pulverbeschichtetem Metall (Schwarz oder Weiß) erhältlich. Alle Teile werden in Deutschland hergestellt und in Hamburg von Hand montiert. Bei der Ikea-Leuchte hat sich das wiederum geändert: Sie wird schon lange in China gefertigt.

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